Suche nach Vermissten geht weiter
Italien ruft Notstand wegen Überschwemmungen aus

Reuters ZÜRICH/TURIN. Wegen der anhaltenden Überschwemmungen hat die italienische Regierung am Montag im Norden des Landes den Notstand ausgerufen. Im Aosta-Tal, im Piemont und an der ligurischen Küste kamen nach Angaben des italienischen Zivilschutzes mindestens zwölf Menschen ums Leben. Tausende mussten ihre Häuser verlassen. In Turin wurden Fabriken geschlossen. Im nördlich von den betroffenen italienischen Gebieten gelegenen Schweizer Kanton Wallis beruhigte sich die Lage. In der Nacht zum Dienstag arbeiteten sich Rettungskräfte im Dorf Gondo weiter zu einer seit Tagen unter Häusertrümmern verschütteten Frau vor.

Das Aosta-Tal in Oberitalien war nach fünf Regentagen am schwersten vom Hochwasser betroffen. Flüsse und Bäche schwollen zu Strömen an und traten über ihre Ufer. Zerstörte Berghütten und ganze Dörfer steckten tief im Schlamm. "Von uns Alten hat noch keiner so etwas erlebt", sagte ein Mann im italienischen Fernsehen. Rund 7000 Rettungskräfte waren im Einsatz, um rund 7500 Menschen aus den überschwemmten Gebieten zu evakuieren.

Südlich des Aosta-Tals in Turin, wurden alle Brücken zum Stadtzentrum geschlossen, weil der Fluss Po und seine Zuflüsse über ihre Ufer zu treten drohten. Fiat schloss drei seiner Fabriken und rechnete nicht vor Dienstagnachmittag mit einer Wiederaufnahme der Produktion. Der Energieversorger Enel teilte mit, dass rund 30 000 Menschen zeitweise nicht mehr mit Strom versorgt werden konnten. Experten bezifferten die Schäden in der Landwirtschaft auf rund knapp zwei Mrd. DM. Ein Großteil der Maisernte sei zerstört.

Mit Sägen, Schaufeln und ihren Händen gruben die Helfer in Gondo langsam und vorsichtig einen Tunnel durch die Überreste eines vierstöckigen Hauses, das bei einem Erdrutsch am Samstag in dem Dorf Gondo zerstört worden war. Eine falsche Bewegung könnte zu einem neuen Einsturz führen und die Frau töten, sagte ein Polizeisprecher. Helfer hatten zunächst Klopfzeichen und dann Schreie der Frau vernommen. Durch die Schlammlawinen und das Hochwasser sind in der Schweiz mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Zwölf Personen werden noch vermisst, davon elf in Gondo.

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