Suchmaschine für Ton-Dokumente
Software erkennt Musikstücke

Informatiker der Universität Bonn haben ein Computerprogramm erfunden, das anhand einer kurzen Notenfolge in Sekundenbruchteilen das entsprechende Musikstück "heraushört". In Zukunft soll der Computer sogar gesummte oder gepfiffene Melodiefragmente erkennen können.

wsa/HB BONN. Die Software heißt "Nnotify". Noch muss der Suchende jedoch Noten schreiben können, damit die Software ihm oder ihr weiterhelfen kann. "Sie können das Prinzip mit der Volltextsuche einer Internetsuchmaschine vergleichen", erklärt Michael Clausen, Informatik-Professor an der Uni Bonn. Möchte man beispielsweise wissen, aus welchem Text der Satz "Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?" stammt, so wird man unter google.de oder yahoo.de schnell fündig.

Die Möglichkeit, durch Eingabe eines Musikfragments Informationen zum entsprechenden Titel zu finden, gab es dagegen bislang nicht. "Der Nutzer gibt per Mausklick oder angeschlossenem Keyboard die gesuchte Notenfolge ein", erklärt der Wissenschaftler. In einem nächsten, bereits geplanten Schritt soll das System auch ins Mikrofon gepfiffene oder gesummte Melodiefragmente erkennen können.

An einer Variante dieser Musikerkennungssoftware arbeitet Frank Kurth, ebenfalls Mitglied des Forscherteams um Michael Clausen. Kurths Software "Audentify" identifiziert nicht nur das vorgespielte Klassikstück beispielsweise als "Vivaldis Vier Jahreszeiten" - sondern erkennt auch, dass es sich um die Version vom 15. März in der Bonner Beethoven-Halle handelt und nicht um die der Berliner Philharmoniker. "Audentify" soll auch robust gegenüber Veränderungen sein, wie sie etwa bei der Aufnahme im Internetformat MP3 entstehen.

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