Suchmaschinen-Software stellt News zusammen
Google startet deutschsprachiges Nachrichtenangebot

Die Internet-Suchmaschine Google hat ein deutschsprachiges Nachrichtenangebot gestartet. Unter der am Dienstagmorgen frei geschalteten Site news.google.de werden über 700 deutschsprachige Online-Nachrichtenquellen ausgewertet, sagte Michael Schmitt, der technische Leiter von Google News, der Deutschen Presse-Agentur.

HB/dpa MOUNTAIN VIEW. Neben Nachrichten-Portalen und Online-Zeitungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz würden auch deutschsprachige Quellen aus Russland, Ungarn und China ausgewertet.

Google News gruppiert die Nachrichten in sieben Rubriken (International, Deutschland, Wirtschaft, Wissen/Technik, Sport, Unterhaltung und Gesundheit). Dabei kommt das Angebot wie sein US-Vorbild ohne Redakteure aus, da eine Software das Angebot zusammenstellt. "Wir sind auf die kollektiven redaktionellen Entscheidungen der Nachrichtenquellen angewiesen", sagte Schmitt.

Google präsentiert neben Überschriften und Lead-Sätze der Nachrichten häufig auch eine verkleinerte Fassung eines dazugehörigen Fotos. Die Überschrift ist mit dem Originalartikel bei der Nachrichtenquelle verlinkt. "Wir verstehen uns als Mittler zwischen dem Anwender und den Mediensites", sagte Schmitt. Durch die Verlinkung profitierten auch die Nachrichtenquellen.

Die US-Variante von Google News war Anfang Juni von der Academy of Digital Arts and Sciences mit dem "Webby", eine Art Internet-Oscar, als bestes Nachrichtenangebot im Internet ausgezeichnet worden. Kritiker von Google betonen, dass Google News wegen seines automatisierten Auswahlprinzips lediglich die Bedeutung der Top- Nachrichten verstärke und zu einem "Herdenjournalismus" beitrage.

Einige Online-Nachrichtenangebote in Deutschland hatten sich in der Vergangenheit rechtlich gegen das so genannte Deep Linking gewehrt, mit dem direkt auf Einzelmeldungen verwiesen wird. Bei dieser Link-Methode werden die Einstiegsseiten der Newsangebote umgangen, auf den sich häufig Werbeeinblendungen befinden. "Google bewegt sich schon hart an der Grenze, wo man sagen muss: 'Die verdienen Geld mit der Arbeit anderer Leute'", sagte Jürgen Kuri vom populären Computer-Nachrichtendienst heise online. "Sie führen uns aber auch Leser zu."

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