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Sudan stimmt Darfur-Friedenstruppe grundsätzlich zu

Die sudanesische Regierung hat sich grundsätzlich dazu bereit erklärt, eine Aufstockung der Friedenstruppen der Afrikanischen Union (AU) in der Krisenregion Darfur im Westen des Landes zu akzeptieren.

dpa ABUJA. Die sudanesische Regierung hat sich grundsätzlich dazu bereit erklärt, eine Aufstockung der Friedenstruppen der Afrikanischen Union (AU) in der Krisenregion Darfur im Westen des Landes zu akzeptieren.

Bedingung sei aber, dass die Soldaten dort auch die Rebellengruppen entwaffnen würden, sagte der Chef der sudanesischen Regierungsdelegation, Madschsub el Chalifa, am Mittwoch in der nigerianischen Hauptstadt Abuja. Die AU, die derzeit knapp 200 Soldaten in der Darfur-Region stationiert hat, hatte vorgeschlagen, insgesamt 2000 Friedenssoldaten nach Darfur zu entsenden, um die gefürchteten Dschandschawid-Reitermilizen zu entwaffnen.

Die AU-Soldaten, die derzeit im Sudan sind, sind nur für den Schutz der AU-Beobachter in der Darfur-Region da. Die Dschandschawid- Milizen sollen mit Unterstützung der Regierung in Khartum nach UN - Schätzungen zwischen 30 000 und 50 000 Menschen getötet und rund eine Million aus Darfur vertrieben haben. Der Weltsicherheitsrat hat Khartum ein Ultimatum bis zum 30. August gestellt, die Milizen zu entwaffnen. Der UN-Sonderbeauftrage Jan Pronk sagte in Khartum, er sehe bislang keine Fortschritte bei der Lösung des Konflikts.

Vertreter der Europäischen Union zeigten sich am Mittwoch über andauernde Menschenrechtsverletzungen gegen Flüchtlinge in der Darfur-Region besorgt. Am schwerwiegendsten seien zahlreiche Vergewaltigungen von Mädchen, berichteten leitende Mitarbeiter des Büros für humanitäre Hilfe der Europäischen Kommission (Echo) in der Hauptstadt Khartum. Die EU stellte weitere 20 Mill. ? für die notleidende Bevölkerung in der Darfur-Region bereit. Das Rote Kreuz richtete in Genf eine weitere Luftbrücke ein. Insgesamt sollen 720 Tonnen Hilfsgüter und Geländefahrzeuge nach Darfur geflogen werden.

Amnesty International (ai) warf der Regierung Sudans vor, Kritiker der Menschenrechtsverletzungen in Darfur mundtot zu machen. Bei der Vorlage eines am Mittwoch in London veröffentlichten Berichts über die Lage in Darfur sagte ai-Generalsekretärin Irene Khan: "Anstatt diejenigen festzunehmen, die gegen die Menschenrechte verstoßen, werden Menschen festgenommen, die die Übeltäter entlarven wollen."

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