Archiv
Süd- und Nordkorea beraten über militärische Entspannungsmaßnahmen

dpa SEOUL. Die Politik der Annäherung zwischen Süd- und Nordkorea hat neue Impulse bekommen. Vertreter des Südens haben am Mittwoch dem kommunistischen Norden ein Treffen der Militärs beider Länder und die Einrichtung eines "Heißen Drahts" vorgeschlagen. Die Staatschefs Süd- und Nordkoreas hätten sich bereits auf eine Kommunikationsleitung zur Vermeidung bewaffneter Konflikte verständigt, sagte der südkoreanische Vereinigungsminister und Delegationsleiter Park Jae Kyu zum Auftakt neuer Regierungsgespräche mit Nordkorea in Pjöngjang.

In seiner Eröffnungsrede vor nordkoreanischen Verhandlunsgspartnern betonte Park: "Wir sollten den Austausch von militärischen Informationen und von Personal sowie andere Bereiche der Zusammenarbeit erörtern können",

Annäherung in humanitären und wirtschaftlichen Fragen

Bisher sei jedoch mit Blick auf die Vorschläge und militärischen Fragen nichts Konkretes vereinbart worden, sagte ein Sprecher des Vereinigungsministeriums in Seoul nach der ersten Verhandlungsrunde in Pjöngjang. Dagegen seien sich beide Seiten in humanitären Fragen und bei der wirtschaftlichen Zusammenarbeit deutlich näher gekommen. Dabei sei insbesondere die Möglichkeit von Zusammenführungen getrennt lebender Familien diskutiert worden. Ein Abkommen werde für den morgigen letzten Verhandlungstag erwartet, hieß es in Seoul.

Nach südkoreanischen Medienberichten verständigten sich beide Seiten bereits im Grundsatz auf zwei bis drei neue Termine für gegenseitige Verwandtenbesuche bis Ende diesen Jahres. Schon im August durften insgesamt 200 Menschen aus Süd- und Nordkorea im jeweils anderen Teil der Halbinsel ihre Verwandten besuchen, die sie zum Teil seit über fünfzig Jahren nicht gesehen hatten.

Konkrete Maßnahmen zur Wiedervereinigung

Die Besuche waren Teil eines Abkommens, das die Staatschefs beider Länder während ihrer historischen Gipfelkonferenz im Juni in Pjöngjang geschlossen hatte. Sie vereinbarten vertrauensbildende Maßnahmen und Schritte zur Wiedervereinigung.

Bei diesem zweiten Ministertreffen nach dem Gipfel wollten beide Seiten jetzt konkrete Nachfolgemaßnahmen erörtern. Beim ersten Treffen Ende Juli schlossen beide Staaten ein Abkommen über die Wiedereröffnung von Verbindungsbüros an der militärischen Demarkationslinie und die Aufnahme eines regelmäßigen Dialogs. Auch einigten sich die Verhandlungspartner auf die Wiederherstellung des Schienenverkehrs zwischen beiden Ländern.

Die Delegationen hätten sich am Mittwoch prinzipiell darauf geeinigt, die Streckenverbindung zwischen Seoul und Shinuiju im Nordwesten Nordkoreas in Arbeitstreffen weiter zu erörtern, sagte der Ministeriumssprecher in Seoul. Auch herrsche Einigkeit bei der Ausarbeitung eines wirtschaftlichen Rahmenwerks, in desses Mittelpunkt Investitionserleichterungen und der Schutz vor Doppelbesteuerung stehen sollen. Beide Länder befinden sich technisch gesehen immer noch im Kriegszustand. Seit dem Ende des Korea-Kriegs (1950-53) kam bisher noch kein formaler Friedensschluss zu Stande.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%