Südamerikaner in Defensive bärenstark
US-Boys sensationell von Argentinien entzaubert

Dieser Schock saß tief: Ausgerechnet im eigenen Land kassierte die weltbeste Basketball-Nation USA eine historische Niederlage. Das 80:87 (37:53) gegen Argentinien im Zwischenrunden-"Finale" bei der 14. Weltmeisterschaft in Indianapolis war im 59. Spiel die erste Niederlage, seitdem die USA bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften mit Spielern ihrer Profiliga NBA antreten.

dpa INDIANAPOLIS. "Ich bin entsetzt, in einen Team zu spielen, das die erste Niederlage seit Barcelona hinnehmen musste", sagte der tief enttäuschte Topscorer Paul Pierce (22 Punkte) von den Boston Celtics über den ersten "Blackout", seitdem die Michael Jordan, Magic Johnson und Co. als "Dream Team" 1992 der Welt zeigten, wer den besten Basketball spielt. Den Nimbus der Unbesiegbarkeit der Amerikaner zerstörten im Conseco Fieldhouse, der Heimstatt der Indiana Pacers, die von ihren Fans frenetisch gefeierten Argentinier, die mit einer bärenstarken Defensivleistung das Prädikat "Dream Team 5" als Etikettenschwindel entlarvten.

Der sympathische US-Trainer George Karl von den Milwaukee Bucks, der 1996 mit den Seattle SuperSonics und ihrem deutschen Star Detlef Schrempf das NBA-Finale erreichte, wird jetzt als jener Coach in die Geschichte eingehen, der bei der Schmach vor nur 5623 Zuschauern auf der Bank saß. Neben ihm musste sein Assistent Gregg Popovich, Coach der San Antonio Spurs, mit ansehen, wie ausgerechnet sein künftiger Schützling "Manu" Ginobili (15) im Dress der Argentinier dem US-Team die schmerzlichsten Treffer versetzte.

Karl nahm die Niederlage mit Größe und einer Zukunftsvision, die nichts Gutes für die bisher als unantastbar geltenden Ballzauberer aus dem Land der "Erfinder" des Basketballs verheißt. Karl: "Der Rest der Welt wird immer besser. Es wird der Tag kommen, an dem die Welt auch unsere Besten schlagen wird." Der US-Coach präsentierte sich aber als fairer Verlierer: "Ich ziehe den Hut vor den Argentiniern, die uns mit ihrer Aggressivität große Schwierigkeiten bereitet haben. In gewisser Weise bin ich sogar froh, dass es heute passiert ist. Denn wir können immer noch die Weltmeisterschaft gewinnen."

Dazu bedurfte es am Donnerstagabend (Ortszeit) im Viertelfinale aber eines Sieges über Titelverteidiger Jugoslawien, der trotz des 110:78 über die Türkei nur Dritter der Zwischenrundengruppe E wurde. Mit dem nach zwei dramatischen Verlängerungen durch den bereits 38- jährigen Ortiz in letzter Sekunde erzielten 89:87-Sieg über Angola wurde Puerto Rico noch Gruppensieger vor Spanien, dem deutschen Gegner im Viertelfinale.

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