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'Süddeutsche Zeitung': Ablösung von EADS-Co-Chef Camus vorerst abgewendet

Im Machtkampf um die Spitze des größten europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS ist nach Zeitungsinformationen die Ablösung von Co-Vorstandschef Philippe Camus vorerst abgewendet.

dpa-afx MÜNCHEN/PARIS. Im Machtkampf um die Spitze des größten europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS ist nach Zeitungsinformationen die Ablösung von Co-Vorstandschef Philippe Camus vorerst abgewendet. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" (Montagausgabe) aus hochrangigen Unternehmenskreisen haben der franzöische Großaktionär Arnaud Lagardère (15 Prozent der Anteile) und Jürgen Schrempp, Chef des deutschen EADS-Anteilseigners Daimler-Chrysler (30 Prozent), vehement Widerstand gegen Bestrebungen von Airbus-Chef Noel Forgeard geleistet, an die EADS-Spitze zu gelangen. Die Bundesregierung unterstützt der "SZ" zufolge Schrempps Kurs.

In Frankreich wird seit Wochen über einen Machtkampf zwischen Airbus-Chef Noel Forgeard und Camus berichtet. Staatspräsident Jacques Chirac, dessen enger Vertrauter Forgeard ist, und einflussreiche politische Kreise übten massiven Druck auf Lagardère aus, hieß es. Wenn Anfang Juli die Mandate der beiden operativen EADS-Chefs Philippe Camus und Rainer Hertrich auslaufen, bestimmen die französische und die deutsche Seite jeweils einen Kandidaten. Auf deutscher Seite gilt Hertrich als unumstritten. Auf französischer Seite ist Lagardère jedoch auf die Zustimmung des Staats angewiesen, der ebenfalls 15 Prozent an EADS hält.

Forgeard soll laut SZ anstreben, die deutsch-französische Doppelspitze, einen der Garanten des nationalen Gleichgewichts in dem europäischen Konzern zu kippen, um letztlich allein das Sagen zu haben. Nach SZ-Informationen soll Forgeard ein komplettes Organigramm in der Tasche haben, mit dem er künftig von Paris aus wichtige Funktionen der EADS und von Airbus zentral steuern kann. Auf der Aufsichtsratssitzung soll am Montag über den neuen Airbus-Jet A350 beraten werden, mit dem die EADS-Tochter Airbus gegen den neuen 7E7 Dreamliner von Boeing antreten will. Wahrscheinlicher sei, dass das Projekt aber erst bei einer Aufsichtsratssitzung am 10. Dezember abgesegnet werde, berichtete die Zeitung.

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