Südkorea bangt mit "Roten Teufeln"
"Respekt - aber keine Angst"

Ein Volk im Fußball-Fieber. Vor dem Vorrunden-Finale der Gruppe D gegen Portugal ist die Euphorie bei den südkoreanischen Fans riesig. Bei den Portugiesen geht derweil die Angst um, das gleiche Schicksal zu erleiden wie Frankreich oder Argentinien.

dpa SEOUL. Ein ganzes Volk im Fußball-Fieber. Im wichtigsten Spiel seiner Geschichte kann Gastgeber Südkorea mit einem Remis erstmals den Einzug in ein WM-Achtelfinale perfekt machen und mit Portugal einen weiteren Favoriten vorzeitig auf die Heimreise schicken. Für 90 Minuten wird die Nation den Atem anhalten und das Leben auf den Straßen still stehen, wenn Guus Hiddinks "Rote Teufel" im Vorrunden-Finale der Gruppe D Luis Figo & Co. in die Hölle schicken wollen. "Wir haben Respekt, aber keine Angst", kündigte der Trainer einen heißen Tanz an. Und Rekordnationalspieler Sun Hong Hwang versprach vor seinem 100. Einsatz am Freitag (13.30 Uhr/MESZ) im Munhak-Stadion von Incheon: "Ich werde alles für mein Land geben."

Die Euphorie bei den Fans ist riesig und hat auch das Team erfasst. "Es ist unser bedeutendstes Spiel - und wir werden es gewinnen", erklärte Jung Hwan Ahn, der mit seinem Tor zum 1:1 gegen die USA Südkoreas Chancen auf das Weiterkommen verbessert hatte. Schon drei Tage vor dem Spiel schlugen Hunderte Fans ihr Lager vor dem Stadion in der Nähe von Seoul auf, um noch eine Karte für das mit 50 000 Zuschauern seit Wochen ausverkaufte Spiel zu ergattern. Präsident Kim Dae Jung drückt auf der Tribüne im Fan-Schal die Daumen, Millionen Fans werden sich vor Großleinwänden und TV-Geräten zusammenfinden und die Straßen in ein rotes Meer verwandeln.

Zwar reicht dem Gastgeber bereits ein Unentschieden, doch Hiddink will den favorisierten Ballkünstlern aus Südeuropa offensiv begegnen. "Wir dürfen nicht auf Remis spielen, das geht nie gut", meinte der Niederländer. Eine Sonderbewachung für Weltfußballer Figo, der gegen Polen ansteigende Form bewiesen hatte, wird es nicht geben. "Solche Weltklasseleute kannst du nicht ständig ausschalten. Er wird gedeckt, wenn es nötig ist", meinte Hiddink.

Bei den Portugiesen geht die Angst um, das gleiche Schicksal wie Frankreich oder Argentinien zu erleiden. Trainer Antonio Oliveira hat seinen Spielern daher in den vergangenen Tagen ein TV-Verbot erteilt, um sie von den Favoritenstürzen abzulenken. "Es wird schwer, denn der Gegner spielt schnell und ist physisch sehr stark. Aber ich habe die richtige Taktik schon im Kopf", meinte der Coach.

Nach dem 4:0 über Polen ist die Zuversicht in sein Star-Ensemble zurückgekehrt. "Wir haben alle Chancen, um weiterzukommen", meinte Hattrick-Schütze Pauleta. "Ich hoffe natürlich auf weitere Tore. Wer sie gegen Korea schießt, ist aber egal. Hauptsache, wir gewinnen." An ein mögliches Scheitern wollen die Portugiesen gar nicht denken. "Wir müssen es einfach schaffen", forderte Rui Costa. Der Verband hat aber trotzdem für den Fall der Fälle vorgesorgt und Trainer Oliveira auch bei einem WM-Aus Rückendeckung versprochen. Der 50-Jährige soll seinen Vertrag bis zur EM 2004 im eigenen Land erfüllen, erklärte Präsident Gilberto Madail.

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