Südkorea tief besorgt: Nordkorea droht mit Erstangriff gegen US-Truppen

Südkorea tief besorgt
Nordkorea droht mit Erstangriff gegen US-Truppen

Nordkorea hat den USA Zeitungsberichten zufolge mit einem Angriff gedroht und damit die Spannungen zwischen beiden Ländern weiter verschärft. "Präventivangriffe sind nicht das alleinige Recht der USA", zitierte der liberale britische "Guardian" am Donnerstag Ri Pyong Gap, einen führenden Vertreter des nordkoreanischen Außenministeriums.

Reuters SEOUL/WASHINGTON. Zugleich kündigte die Führung Nordkoreas an, das einzige Atomkraftwerk des kommunistischen Landes voll in Betrieb zu nehmen. Die US-Regierung erklärte, sie sei auf jede Eventualität vorbereitet.

Der "Guardian" zitierte Ri weiter mit den Worten, die USA seien offenbar entschlossen, nach dem Irak Nordkorea anzugreifen. "Aber wir haben unsere eigenen Gegenmaßnahmen. Präventivschläge sind nicht das alleinige Recht der USA." In der Regierungszeitung "Rodong Sinmun" hieß es, ein Überraschungsangriff der USA auf den umstrittenen einzigen Atomreaktor werde einen "totalen Krieg" auslösen. "Es wäre dumm von den USA anzunehmen, dass wir still mit verschränkten Armen dasitzen und warten, bis sie den Befehl für einen Angriff geben."

"Wir haben aus Nordkorea schon viel Gerede gehört", sagte der Sprecher von US-Präsident George W. Bush. "Selbstverständlich sind die Vereinigten Staaten mit soliden Plänen auf jede Eventualität gut vorbereitet." Die Äußerungen und die angekündigten Taten würden Nordkorea nur schaden, sagte der Sprecher.

Ob Nordkorea tatsächlich bereits seinen Atomreaktor in Betrieb gesetzt hat oder dies zunächst nur plant, ist bislang unklar. Am Mittwoch hatte die staatliche Nachrichtenagentur KCNA unter Berufung auf das nordkoreanische Außenministerium gemeldet, das Land habe den normalen Betrieb der Atomanlagen zur Stromherstellung wieder aufgenommen.

Nach Einschätzung von Nuklearexperten ist der nordkoreanische Reaktor mit seiner Leistung von fünf Megawatt zu klein, um genug Strom zur Versorgung eines nennenswerten Teils des Landes zu produzieren. Allerdings sei er ausreichend für die Herstellung von Atomwaffen. Das kommunistische Land hatte im Januar seinen Austritt aus dem Atomwaffensperrvertrag erklärt. Zudem hat das Land nach US-Angaben eingeräumt, zuvor jahrelang entgegen internationaler Verpflichtungen ein geheimes Atomprogramm betrieben zu haben.

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