Archiv
Südkoreanische Geisel im Irak enthauptet

Bagdad/Seoul (dpa) - Die Entführer eines südkoreanischen Dolmetschers im Irak haben ihre Geisel enthauptet. Das meldete der arabische TV-Sender El Dschasira und zeigte am Dienstagabend ein Video, auf dem die Geiselnehmer die Enthauptung bekanntgaben.

Bagdad/Seoul (dpa) - Die Entführer eines südkoreanischen Dolmetschers im Irak haben ihre Geisel enthauptet. Das meldete der arabische TV-Sender El Dschasira und zeigte am Dienstagabend ein Video, auf dem die Geiselnehmer die Enthauptung bekanntgaben.

Das Außenministerium in Seoul bestätigte den Tod des Mannes. Die Leiche des 33-Jährigen sei am frühen Abend (Ortszeit) etwa 35 Kilometer außerhalb Bagdads gefunden worden, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Seoul. Wie der US-Nachrichtensender CNN unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Washington berichtete, waren an der Leiche Sprengsätze angebracht.

Die zwischen Bagdad und Falludscha gefundene Leiche gefunden wurde zur Identifizierung in die südkoreanische Botschaft gebracht. Das südkoreanische Verteidigungsministerium rief die rund 660 Soldaten im Irak zu besonderer Vorsicht auf. Der südkoreanische Botschafter im Irak forderte unterdessen alle Koreaner auf, den Irak zu verlassen. In Südkorea gingen am Dienstag Tausende auf die Straßen, um gegen die geplante Aufstockung südkoreanischer Truppen im Irak zu demonstrieren.

US-Präsident George W. Bush und Außenminister Colin Powell verurteilten die Tat. Powell nannte die Ermordung «das Werk übler Terroristen». Bundesaußenminister Joschka Fischer verurteilte die Enthauptung des Südkoreaners. «Ich verurteile auf das Schärfste den grausamen und verabscheuungswürdigen Mord an der südkoreanischen Geisel», sagte Fischer auf dem Rückflug aus Oman, wie das Auswärtige Amt in Berlin mitteilte.

Der 33-Jährige war am vergangenen Donnerstag im westirakischen Falludscha verschleppt worden. Zu der Geiselnahme hatte sich die islamistische Terroristengruppe El Tawhid wa el Dschahid bekannt, die bereits den Amerikaner Nick Berg im Mai enthauptet hatte. Als ihr Anführer gilt der Jordanier Abu Mussab el Sarkawi, der mit dem Terrornetz El Kaida in Verbindung stehen soll und auf dessen Kopf die USA zehn Millionen Dollar ausgesetzt haben.

Die Terroristen hatten den Abzug südkoreanischer Truppen aus dem Irak verlangt. Seoul will an seinem Plan festhalten, ab August weitere 3000 Soldaten in den Irak zu entsenden.

Der irakische Übergangspräsident Ghasi el Jawar besuchte am Dienstag als erste offizielle Amtshandlung im Irak zusammen mit dem scheidenden US-Zivilverwalter Paul Bremer die Vielvölkerstadt Kirkuk. Unterdessen ging die Gewalt im Land weiter. Im Bagdader Vorort Amerija tötete eine Autobombe in der Nähe eines Marktplatzes drei Iraker. Weitere Menschen wurden nach Polizeiangaben verletzt. Mehrere Geschäfte und Autos wurden zerstört. Zunächst war unklar, gegen wen sich der Anschlag richtete.

In der Nacht zum Dienstag ermordeten Unbekannte die Dekanin der Rechtsfakultät der Universität Mosul im Nordirak, Leila Abdullah Said, und ihren Ehemann. Das bestätigte das US-Militär. Im Bagdader Stadtteil Zeijuna und in Mahmudija südlich von Bagdad wurden zwei Männer getötet, die für die US-Armee als Übersetzer gearbeitet haben sollen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%