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Südzucker steigert Ergebnis im 1. Quartal - Werksschließungen möglichDPA-Datum: 2004-07-15 13:45:38

(dpa-AFX) Mannheim - Europas größter Zuckerproduzent Südzucker < SZU.ETR > denkt angesichts der EU-Pläne zur Zuckermarktreform über Werksschließungen in Deutschland nach. "Wenn die Quoten in der geplanten Form gekürzt werden, werden wir an die Standorte ran müssen", sagte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag in Mannheim. Spätestens 2006 sei mit Schließungen zu rechnen. Wie viele der 11 Standorte gefährdet seien, sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht konkret zu sagen. Bei der letzten Quotenkürzung wurden jeweils von drei Werken eines geschlossen.

(dpa-AFX) Mannheim - Europas größter Zuckerproduzent Südzucker < SZU.ETR > denkt angesichts der EU-Pläne zur Zuckermarktreform über Werksschließungen in Deutschland nach. "Wenn die Quoten in der geplanten Form gekürzt werden, werden wir an die Standorte ran müssen", sagte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag in Mannheim. Spätestens 2006 sei mit Schließungen zu rechnen. Wie viele der 11 Standorte gefährdet seien, sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht konkret zu sagen. Bei der letzten Quotenkürzung wurden jeweils von drei Werken eines geschlossen.

Das erste Geschäftsquartal (zu Ende Mai) schloss Südzucker bei stabilem Umsatz mit einem Ergebnisplus ab. Im laufenden Geschäftsjahr 2004/05 rechnet das Unternehmen unterdessen durch Vorteile der EU-Erweiterung und einen Ausbau des Spezialitätengeschäfts mit einer "deutlichen Steigerung des operativen Ergebnisses". Die Prognose von Finanzvorstand Christoph Kirsch vom Mai dieses Jahres wollte Südzucker nicht wiederholen. Damals hatte Kirsch ein Umsatzplus von fünf Prozent und einen Anstieg des operativen Ergebnisses um bis zu 15 Prozent vorhergesagt. "Wir rücken nicht davon ab, aber die Marktentwicklung ist derzeit schwer vorhersehbar", betonte der Sprecher.

Die Aktie des Zuckerproduzenten gab bis 12.00 Uhr um 3,62 Prozent auf 15,70 Euro nach und war damit schwächster Wert im Mdax < Mdax.ETR > . Der Kursrückgang sei nach der Erholung der letzten Tage wenig markant, sagte Analyst Burkhard Weiss von der Commerzbank. Die Vorlage der EU-Kommission zur Reform des Zuckermarktes stehe eher im Blick der Investoren als das jüngste Zahlenwerk des Unternehmens.

Erstes Quartal: Gewinnsteigerung BEI Stabilem Umsatz

In den Monaten März bis Mai stieg der operative Gewinn von 114,0 Millionen im Vorjahr auf 121,9 Millionen Euro. Von dpa-AFX befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem operativen Ergebnis von 119,7 Millionen Euro gerechnet. Der Umsatz legte von 1,124 auf 1,125 Milliarden Euro zu. Der Überschuss erhöhte sich von 73,1 auf 75,7 Millionen Euro. Damit stieg der Gewinn je Aktie (EPS) von 36 auf 39 Euro-Cent.

Im Segment Zucker stieg der Umsatz im ersten Quartal von 810,6 auf 815,7 Millionen Euro, das operative Ergebnis kletterte von 75,3 auf 83,5 Millionen Euro. Der hitzebedingte Rückgang der Ernte in Westeuropa sei durch den Zugang schlesischer Zuckergesellschaften mehr als ausgeglichen worden, hieß es.

Im Spezialitätenbereich sank der Umsatz von 314,0 auf 309,5 Millionen Euro, das operative Ergebnis blieb mit 38,4 nach 38,7 Millionen Euro stabil. Grund sei die Angleichung des Geschäftsjahres der Pizza-Tochter Freiberger auf das Südzucker-Geschäftsjahr im Vorjahr. Bereinigt um diesen Sondereffekt ergebe sich ein Umsatzplus von 10 Prozent, das maßgeblich vom starken Wachstum bei Functional Food-Produkten und bei Freiberger geprägt sei.

EU-Reform: Wettbewerbsvorteil Nutzen UND Werke Schliessen

Südzucker äußerte scharfe Kritik an der geplanten Zuckermarktreform. "Durch die Reform werden voraussichtlich Produktionsstätten aus dem Markt herausfallen", prognostizierte der Sprecher. Bislang ist der europäische Zuckermarkt durch hohe Zölle geschützt, die Preise liegen deutlich über dem Weltmarktpreis. Die am Mittwoch von der EU-Kommission vorgelegte Reform sieht eine Senkung des Zucker-Interventionspreises um 33 Prozent und eine Quotenkürzung um 16 Prozent vor.

Für Südzucker könnte die Reform aber auch zu einem Wettbewerbsvorteil werden, sagte der Sprecher. Der Konzern sei quer durch Europa in den besten Rübenanbaugebieten gut positioniert. Diesen standortbedingten Wettbewerbsvorteile werde Südzucker voll nutzen. Commerzbank-Analyst Weiss betonte, das Unternehmen sei als Marktführer am besten für eine Marktneuordnung gerüstet. Zudem sei es mit dem stark wachsenden Teilbereich Spezialitäten sehr gut positioniert.

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