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Südzucker steigert Ergebnis stärker als erwartet - Rohstoffkosten

Der Zuckerproduzent Südzucker AG hat dank eines starken Spezialitätengeschäfts und des EU-Beitritts der osteuropäischen Zuckergesellschaften im ersten Geschäftshalbjahr seinen operativen Gewinn stärker als erwartet gesteigert.

dpa-afx MANNHEIM. Der Zuckerproduzent Südzucker AG hat dank eines starken Spezialitätengeschäfts und des EU-Beitritts der osteuropäischen Zuckergesellschaften im ersten Geschäftshalbjahr seinen operativen Gewinn stärker als erwartet gesteigert. Für das Geschäftsjahr 2004/05 (Ende Februar) bestätigte der Konzern am Freitag seinen bisherigen Ausblick, rechnet aber in der zweiten Jahreshälfte in der Zuckersparte mit höheren Rohstoffkosten als bislang erwartet. "Den Ergebnisanstieg des ersten Halbjahres können wir in der zweiten Hälfte nicht wiederholen", sagte ein Sprecher.

Trotz dieser Belastungen peilt das im MDax notierte Unternehmen für das Gesamtjahr nach wie vor ein Umsatzwachstum von fünf Prozent auf 4,8 Mrd. Euro an. Das operative Ergebnis soll überproportional dazu steigen. Der Markt reagierte enttäuscht auf den Ausblick. "Der Hinweis auf weiter steigende Rohstoffkosten belastet den Kurs", sagte LBBW-Analystin Iris Schäfer. Die Südzucker-Aktie fiel zwischenzeitlich um rund 2,5 Prozent. Gegen 11.30 Uhr lag der Kurs mit 14,39 Euro 1,24 Prozent im Minus. Der MDax sank im gleichen Zeitraum um 0,7 Prozent auf 5 027,47 Punkte.

Halbjahr Über DEN Erwartungen DER Analysten

Im ersten Halbjahr übertraf das Unternehmen mit seinen Zahlen dagegen die Erwartungen der Analysten. Das operative Ergebnis kletterte um 14,7 Prozent auf knapp 267 Mill. Euro. Analysten hatten im Schnitt mit 254,4 Mill. Euro gerechnet. Der Umsatz stieg um 1,5 Prozent auf 2,273 Mrd. Euro. Der Überschuss lag mit 160,6 Mill. Euro leicht unter dem bereinigten Vorjahreswert von 166,7 Mill. Euro. Der Vergleichswert wurde um die Goodwill-Abschreibungen in Höhe von 35 Mill. Euro bereinigt, die in der diesjährigen Bilanz wegfallen. Ohne diese Bereinigung sei der Überschuss um 22 Prozent gestiegen, teilte Südzucker weiter mit.

Die Zuckersparte legte trotz geringeren Umsatzes beim operativen Ergebnis um 12,8 Prozent auf 189 Mill. Euro zu. Das Wachstum sei geprägt vom EU-Beitritt der osteuropäischen Zuckergesellschaften. Der Umsatz der Sparte ging in den Monaten März bis August von 1,655 auf 1,624 Mrd. Euro zurück. Grund sei eine kleinere Ernte in Westeuropa, die zu einer geringeren Produktion und niedrigeren Exporten geführt habe. Der Umsatzanstieg im osteuropäischen Zuckerbereich durch den EU-Beitritt konnte dies nicht ausgleichen.

Im Segment Spezialitäten legte der Umsatz um 11,2 Prozent auf 649 Mill. Euro zu. Die operative Ergebnisentwicklung übertrifft mit einem Zuwachs von fast 20 Prozent auf 78 Mill. Euro den Umsatzanstieg. Diese Entwicklung werde angeführt vom unvermindert stark wachsenden Functional Food-Bereich. Auch das Pizza- und Stärkegeschäft habe zu dem Wachstum beigetragen.

EU-Reform "ZU Weit Gehend"

Das Spezialitätengeschäft soll auch künftig weiter ausgebaut werden und damit den Konzern unabhängiger machen von der Zuckermarktordnung. Zur Stärkung des Bereichs Frucht will Südzucker die Wink-Gruppe mit einem Umsatz von 36 Mill. Euro übernehmen und damit zum europäischen Marktführer bei Fruchtsaftkonzentraten aufsteigen. Eingeleitete Kapazitätserweiterungen im Bereich Functional Food und der Bau einer Bioethanol-Fabrik lägen im Plan. Die Sparte produziert unter anderem Pizza, Zuckerersatzstoffe und Fruchtsäfte.

Die bevorstehende EU-Reform hält Südzucker für "deutlich zu weit gehend". Mit einem endgültigen Vorschlag rechnet der Konzern nicht vor Mitte 2005. Im Juli hatte die EU-Kommission ihre Reformpläne vorgestellt, die Quotenkürzungen, die Senkung des Interventions- und der Rübenpreise vorsehen. Der Konzern will als Reaktion auf die geplanten Einschnitte neben dem Ausbau der Spezialitätensparte "weitere Maßnahmen zur Verteidigung der Profitabilität des Segments Zucker ergreifen". Im ersten Geschäftshalbjahr habe Südzucker alle ausstehenden Minderheitenanteile bei Raffinerie Tirlemontoise und Saint Louis Sucre aufgekauft. Dies werde sich auch nach Abzug der Finanzierungskosten deutlich steigernd auf das Ergebnis je Aktie auswirken.

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