Süss Microtec verliert ein Viertel der Börsenbewertung
Chipwerte reißen Nemax 50 in die Tiefe

Der Nemax schloss um 3,3 Prozent leichter bei 625 Zählern. Der Nemax 50 gab sogar 4,9 Prozent auf 558 Zähler ab.

FRANKFURT/M. Worldcom, Vivendi und der Kurssturz an der Nasdaq. Welche Chance hat der Neue Markt, sich gegen diese Flut von Katastrophenmeldungen zu stemmen? Führt man sich die Liste der hausgemachten Skandale vor Augen, mit der das Wachstumssegment der Deutschen Börse seit Monaten die Anleger düpiert, eigentlich so gut wie keine. Und so fallen sie denn, die Kurse. Während Freunde der Rechenkunst schon versuchen, den tiefstmöglichen Stand zu ermitteln, exakt auf 0 können ja weder die Aktien, noch die sie repräsentierenden Indizes fallen, marschiert der Auswahlindex Nemax 50 allmählich in Richtung 500 Punkte.

Allen voran fallen die Chipwerte, die unter der anhaltenden Nachfrageschwäche leiden. Die Aktien des Halbleiterproduzenten Süss Microtec verbilligten sich nach einer Herunterstufung durch die Analysten von Morgan Stanley um mehr als 30 %. Die Branchenexperten gehen davon aus, dass die Preise für Speicherchips dauerhaft im Keller bleiben. Das macht eine Abwertung der Vorräte des Chipbrokers CE Consumer notwendig, dessen Aktien um 27 % auf 2, 10 Euro einbrachen, nachdem Titel wegen der Nachricht vom Wertberichtigungsbedarf zeitweise vom Handel ausgesetzt worden war.

Ganz oben auf der Verliererliste stehen natürlich auch alle, deren Existenz als gefährdet gilt. Die Aktien der von Liquiditätsproblemen geplagten Ravensburger-Tochter RTV Family Entertainment brachen um 21 % auf 26 Cent ein. Nachdem der Kinderfilm-Spezialist den Verkauf der Tierfilmsparte und den Wechsel in den Geregelten Markt angekündigt hatte, hatte der Kurs am Morgen zunächst sogar etwas zugelegt.

Das Softwareunternehmen Brain International, das nach eigenem Eingeständnis mit der Zahlungsunfähigkeit kämpft und seinen Mitarbeitern die Juni-Gehälter nicht zahlen konnte, setzte seinen Sturzflug an der Börse mit einem Abschlag von 40 % auf 36 Cent fort. Ein anderer Pleitekandidat, die ADS System AG, legte dagegen mehr als 50 % auf 23 Cent zu. Kurssteigerungen auf diesem niedrigen Niveau sind jedoch tückisch: Nicht selten werden sie dadurch ausgelöst, das Spekulationen über eine mögliche Rettung gestreut werden. Wer?s glaubt, behält im Zweifelsfall den Schwarzen Peter.

Die Aktie des Medizintechnik-Anbieters Rösch machte zunächst einen kräftigen Sprung, der durch einen Vermarktungsvertrag mit dem hessischen Arzneimittelkonzern Stada ausgelöst wurde. Stada will die Einweg-Version des nadellosen Injektionssystems von Rösch nutzen, um in den Markt für Thrombose-Medikamente vorzustoßen. Erlöse aus der geplanten Partnerschaft sind allerdings erst vom Jahr 2004 an zu erwarten. Bis dahin kann noch viel passieren, dementsprechend schrumpfte das Kursplus im Tagesverlauf wieder zusammen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%