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Geheimer Bericht weckt Zweifel an Iraks Waffen

Ein im vergangenen Herbst erstellter Bericht des US-Verteidigungsministerium hat Verteidigungskreisen zufolge keine verlässlichen Informationen über die Existenz irakischer Massenvernichtungswaffen geliefert.

Reuters WASHINGTON. "Was dieser Bericht feststellt, ist, dass es nicht genug zuverlässige Informationen gab, um die Dinge in die Kategorie zu lenken, die wir kennen", verlautete am Freitag aus US-Verteidigungskreisen. Die US-Regierung wies dies umgehend zurück. Die USA und Großbritannien hatten ihren Krieg gegen den Irak unter anderem damit begründet, der Golfstaat verfüge über Massenvernichtungswaffen. Bewiesen werden konnte dies bislang jedoch nicht.

Dennoch werde in dem im September datierten Bericht angedeutet, dass der Irak vermutlich chemische oder andere Waffen besitze, wurde in den Kreisen eingeräumt. Der Bericht sei in einer Weise verfasst worden, die suggeriere, dass von der Existenz von Massenvernichtungswaffen ausgegangen werde, ohne dass Beweise dafür vorlägen.

Der Nationale Sicherheitsrat der USA erklärte, Medienberichte, wonach die US-Regierung Informationen verfälscht habe, seien Blödsinn. "Dieser Bericht stimmt überein mit der Einschätzung der Geheimdienste, mit dem, was der Präsident gesagt hat, mit dem, was die Uno gesagt hat, mit dem, was die ausländischen Regierungen über den Irak gedacht haben", sagte ein Sprecher.

Zu der Zeit, als der Bericht im Verteidigungsministerium veröffentlicht wurde, hatte US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld im US-Kongress seine Auffassung unterstrichen, der Irak verfüge über chemische und biologische Waffen. Vor Beginn des Irak-Kriegs am 20. März hatten Waffeninspektoren der Vereinten Nationen (Uno) im Irak nach Massenvernichtungswaffen gesucht, jedoch keine gefunden. Auch die Suche der US-geführten Streitkräfte blieb bislang ohne Ergebnis.

Sowohl der US-Kongress als auch das britische Unterhaus wollen die Stichhaltigkeit von Geheimdienstinformationen über angebliche Massenvernichtungswaffen im Irak untersuchen. Anders als US-Präsident George W. Bush ist der britische Premierminister Tony Blair angesichts der ausbleibenden Beweise für das Waffenprogramm des Irak unter innenpolitischen Druck geraten.

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