Sun Microsystems sehr gefragt
Wall Street schließt mit Einbußen

Überraschend schwache Auftragsdaten für langlebige US-Güter haben den US-Aktienbörsen am Dienstag bei sehr geringen Vorweihnachtsumsätzen Einbußen beschert. Händlern zufolge haben die Daten die Sorgen der Anleger hinsichtlich der Investitionsbereitschaft und der Stärke der US-Wirtschaft wieder aufleben lassen. Der Standardwerte-Index Dow Jones ging mit rund 8 448 Punkten um 0,53 Prozent schwächer aus dem Markt.

Reuters NEW YORK. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 0,55 Prozent auf 892 Punkte, während der technologielastige Nasdaq Composite um 0,66 Prozent auf 1 372 Zähler fiel. Die US-Börsen schlossen an Heiligabend nach verkürzter Sitzung bereits um 19.00 Uhr MEZ. Der Handel wird am Donnerstag zur gewohnten Zeit wieder aufgenommen.

Der überraschend deutliche Rückgang der Aufträge für langlebige Güter spiegele die Unsicherheit der Unternehmen über die möglichen Auswirkungen eines Krieges gegen Irak wider, hieß es im Handel. Die Investoren seien nur wieder besorgter, da sich offenbar noch kein Ende der Investitionsschwäche der US-Wirtschaft abzeichne. Der Auftragseingang für Gebrauchsgüter ist im November zum Vormonat um 1,4 Prozent gesunken nach einem Anstieg um revidiert 1,7 Prozent im Oktober. Analysten hatten dagegen mit einem Anstieg um 0,7 Prozent gerechnet.

Tom Schrader vom Haus Legg Mason Wood Walker sagte dazu: "Die Leute kamen, sahen die Daten, verkauften einiges und gingen wieder".

Die Stimmung am Markt leide zudem unter schwachen Umsatzzahlen des US-Einzelhandels, sagten Händler. So berichtete Target Corp, die Umsätze in den seit mehr als einem Jahr bestehenden Geschäften hätten in der vergangenen Woche unter der Planung gelegen. Die Aktien des Discounters fielen um 1,26 Prozent auf 28,18 Dollar. Ultimate Electronics reduzierte die Ergebnisprognose für das vierte Quartal, weil das Weihnachtsgeschäft hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. Die Titel verloren 14,21 Prozent auf 9,48 Dollar.

Im Gegensatz zum allgemeinen Trend waren Sun Microsystems gefragt, nachdem ein Gericht am Vortag den US-Softwarekonzern Microsoft aufgefordert hatte, sein Windows-Betriebssystem für die Java-Programmiersprache von Sun zu öffnen. Sun-Aktien legten 5,74 Prozent auf 3,13 Dollar zu. Dagegen verloren Microsoft-Papiere 0,31 Prozent auf 53,83 Dollar.

Die Pharmawerte Amgen und Wyeth profitierten zeitweise von der Genehmigung für den Bau eines neuen Werkes. Dieses könnte zur Beseitigung des Engpasses beim populären Arthritis-Medikament Enbrel beitragen. Bis zum Schluss verloren Amgen-Aktien dann jedoch 0,37 Prozent auf 51,45 Dollar und Wyeth-Titel 0,11 Prozent auf 37,81 Dollar.

Die Umsätze seien sehr gering, weil viele Akteure wegen der bevorstehenden Weihnachtsfeiertage den Markt bereits verlassen hätten, hieß es im Handel. "Der Umsatz ist gering, und es mangelt an Liquidität. Es herrscht Feiertagsstimmung", sagte Robert Basel von Salomon Smith Barney. Händlern zufolge fehlten zudem richtungweisende Impulse, weil die meisten Börsen und Banken im Ausland bereits vor Beginn des New Yorker Handels wieder geschlossen oder wie in Deutschland erst gar nicht geöffnet hätten.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 461 Millionen Aktien den Besitzer. 1 477 Werte legten zu, 1 598 gaben nach und 227 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 520 Millionen Aktien 1 317 im Plus, 1 744 im Minus und 14 unverändert.

An den US-Kreditmärkten legten die zehnjährigen Staatsanleihen 11/32 auf 100-19/32 Punkte zu. Sie rentierten mit 3,93 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gewannen 14/32 auf 107-22/32 Zähler, wobei sich eine Rendite von 4,87 Prozent ergab.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%