S&P-500-Index bricht aus der Konsolidierung nach unten aus
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Der S&P-500-Index ist aus einer kurzfristigen Konsolidierungsformation nach unten ausgebrochen. Da der Markt noch überkauft ist, besteht die Gefahr einer Fortsetzung des seit Herbst vorigen Jahres bestehenden Abwärtstrends.

DARMSTADT. Vergleicht man die Entwicklung des Dow-Jones-Index mit dem marktbreiten Standard and Poors 500, fällt auf, dass von Oktober bis Februar die Entwicklung des Dow waagerecht verlief, während sich die des S&P innerhalb eines abwärts gerichteten Trendkanals vollzog. Zwar verläuft die Entwicklung des Dow bereits seit Januar vorigen Jahres innerhalb eines Abwärtstrends. Dieser ist aber wesentlich flacher als der des S&P, der im September vorigen Jahres richtig einsetzte.

Seit Mitte 1982 ist der S&P um rund 1 400 % gestiegen. Unterbrochen wurde diese Bewegung lediglich durch die Asienkrise 1998. Im März vorigen Jahres wurde der Hochpunkt bei rund 1 550 Punkten erreicht. Nach einem kurzen Rückgang kam es zu einem erneuten Anstieg bis September vorigen Jahres, wobei der zweite Hochpunkt den ersten nicht mehr erreichte. Damit hatte sich ein sehr breit angelegtes Doppel-Top ausgebildet, was erfahrungsgemäß eine längere Abwärtsbewegung zur Folge hat.

Risiko eines weiteren Rückgangs sehr hoch

Nach dem zweiten Hochpunkt setzte eine Abwärtsbewegung ein, die durch einen steilen abwärts gerichteten Trendkanal eingegrenzt wird. Die untere - weniger bedeutende - Begrenzung dieses Kanals wurde im März sogar noch unterschritten. Damals war der Markt so extrem überverkauft, dass sich ein Doppel-Tief ausbildete, was zu einer Aufwärtsbewegung führte. Allerdings lagen die beiden Tiefpunkte so eng beieinander, dass daraus keine lang andauernde Aufwärtsbewegung abgeleitet werden konnte. Sie dauerte denn auch nur bis Mai und wurde durch ein Doppel-Hoch abgelöst, das durch einen überkauften Markt gekennzeichnet war.

Im Juli begann eine Seitwärtskonsolidierung in Form eines Rechtecks. Diese Konsolidierung ist inzwischen nach unten durchbrochen worden. Allerdings ist der Durchbruch noch nicht signifikant. Da der Markt derzeit deutlich überkauft ist, ist das Risiko eines weiteren Rückgangs sehr hoch. Die nächste Unterstützung ist die untere Trendlinie bei zirka 1 100 Punkten. Sollte die massive Unterstützung bei 1 080 Zählern, die vom Tief im März herrührt, nicht unterschritten werden, so besteht die Chance eines breit angelegten Doppel-Tiefs. Sollte sich der Ausbruch aus der Rechteckformation aber als signifikant erweisen, ist eine Fortsetzung des Abwärtstrends zu erwarten.

Dr. Hans-Dieter Schulz ist Experte für technische Analyse und Mitherausgeber der Hoppenstedt-Charts.

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