S&P: Bei Rentenreform sind große Versicherer im Vorteil
Stärkere Polarisierung unter Lebensversicherern

Unter den deutschen Lebensversicherern wird sich die Spreu vom Weizen trennen. Dies ist die Kernaussage einer aktuellen Studie der Ratingagentur Standard & Poor?s (S&P).

frü FRANKFURT/M. Steigende Profitabilität und zunehmende Finanzkraft erwartet Paul Waterhouse, Verfasser der Studie und S&P-Experte für Lebensversicherungen, bei den großen Gesellschaften wie Allianz Leben, Ergo sowie Aachener und Münchener (A+M). Auf Grund dieser Polarisierung dürfte sich die Bonitätseinschätzung von bereits höher eingestuften Gesellschaften tendenziell verbessern, während schwächere Versicherer mit niedrigeren Ratings rechnen müssten.

Kleinere und mittelgroße Wettbewerber wie Barmenia, Hannoversche Leben, Arag oder Stuttgarter Lebensversicherung werden laut Wolfgang Rief, Versicherungsanalyst von S&P in Frankfurt, vor allem bei der Rentenreform Probleme bekommen. Denn um das daraus zu erwartende Wachstum vorfinanzieren zu können, wird Kapitalkraft benötigt. Über diese verfügten nur die großen Gesellschaften, sagt Carsten Zielke, Analyst von WestLB Panmure. Laut S&P-Analyst Waterhouse dürften Versicherer mit geringerer finanzieller Flexibilität daher Marktanteile verlieren. Um Kosten zu sparen, empfiehlt er den kleineren Gesellschaften die Zusammenlegung der Abwicklungsbereiche.

Abnehmende Überschussbeteiligungen

Von dem Trend zur Bankassekuranz würden vor allem die großen Wettbewerber profitieren, erwartet Waterhouse. So haben die Allianz mit der Dresdner Bank und die Münchener Rück-Tochter Ergo durch die Kooperation mit der Hypo-Vereinsbank bereits den Vertriebskanal "Bankschalter", über den vom Neugeschäft der Rentenreform laut S&P-Analyst Rief zwischen 20 und 40 % abgesetzt werden dürften.

Das niedrige Zinsniveau und der Kursverfall an den Aktienmärkten übt aber auch für große Gesellschaften Druck aus, ihre stillen Reserven verstärkt aufzulösen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Dies belastet laut Waterhouse die Überschussbeteiligungen von neuen Leben-Policen. Vor allem bei den kleineren Versicherern rechnet Zielke (WestLB) mit abnehmenden Überschussbeteiligungen. Im Vorteil seien Gesellschaften wie die Allianz Leben, die ihre Aktienportfolios schon vor längerer Zeit günstig aufgebaut hätten.

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