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Super RTL sorgt für Freude

Viel Freude kommt derzeit in der Führungsriege der Privatsender an Isar und Rhein beim Blick in die Halbjahreszahlen nicht auf. Die TV-Unternehmen leiden am Werbemarkt, dem derzeit schlechtesten in Europa.

Angesichts der Konsumverweigerung hier zu Lande ist eine schnelle Erholung nicht in Sicht. Gut haben es daher diejenigen, die sich frühzeitig auf die Rezession eingestellt hat.

Ein Musterbeispiel dafür ist der Kölner Kinder- und Müttersender Super RTL, der jeweils zur Hälfte dem Fernsehkonzern RTL Group und die Mediengiganten Disney gehört. Denn der Nischenkanal konnte die Rückgänge bei der herkömmlichen Fernsehwerbung zum einen mit einem harten Sparkurs (Wiederholungen statt Entlassungen) mehr als ausgleichen. Zum anderen bescherten Merchandising und Sonderwerbeformen dem Sender neue Einnahmen. So sponsorte beispielsweise Danone für seinen neuen Yoghurt Danino einen Dinotag für den privaten Kinderkanal. Mit der Strategie aus hartem Sparen und neuen Erlösquellen erzielte der Luxemburger Super-RTL-Chef Claude Schmit einen Gewinn von über 3 Mill. Euro - das beste Halbjahresergebnis seit der Gründung des Senders im Jahr 1995.

Das kleine Super-RTL-Akrobatenstück wird bei den beiden großen TV-Konzernen aufmerksam registriert. Denn sowohl bei der Bertelsmann-Fernsehtochter RTL als auch beim Münchener Konkurrenten Pro Sieben Sat 1 Media wird an der Umsetzung ähnlicher Strategien fleißig gearbeitet. Die Zeit drängt. Mit der klassischen Werbung geht es weiter bergab. Der Rückgang belief sich in den ersten sechs Monaten auf über 7 %. Doch das ist noch lange kein Grund, weshalb im Fernsehgeschäft nicht auch in Zukunft gutes Geld verdient werden kann. Super RTL macht es ja vor.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa
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