Super Tuesday: „Es wird schwer für einen Schwarzen, bei den Latinos anzukommen“

Super Tuesday
„Es wird schwer für einen Schwarzen, bei den Latinos anzukommen“

Bislang hat im Wahlkampf die Hautfarbe von Barack Obama so gut wie keine Rolle gespielt. Der Senator aus Illinois steht souverän über allen Fragen nach ethnischer Zugehörigkeit oder Herkunft. Nur eine Gruppe fällt bislang aus dem Raster: Am Super Tuesday könnten die spanischen Einwanderer Obama zum Verhängnis werden.

SAN FRANCISCO. Obama mag zwar schwarz sein. Doch viel wichtiger ist, dass er Charisma besitzt, Jugendlichkeit und Anziehungskraft. Mit diesen Merkmalen hat er sich an der Spitze der demokratischen Kandidaten etabliert – ob bei weißen Wählern, Asiaten oder Afro-Amerikanern.

Nur eine Gruppe fällt bislang aus diesem Muster: die hispanischen Einwanderer. Schon bei den Wahlen in Nevada vor zwei Wochen folgten sie trotz eines Aufrufs der Gewerkschaften nicht dem Pro-Obama-Appell. Nach Einschätzung der Meinungsforscher wird dies am morgigen Super Tuesday nicht anders sein. „Es ist schwer für einen Schwarzen, bei den Latinos anzukommen“, sagt der kalifornische Meinungsforscher Mark DiCamillo von Field Research in San Francisco. „Die Spannungen zwischen diesen beiden Gruppen sind einfach zu groß.“

Eine „Firewall“ für Hillary Clinton, eine Brandmauer, nannte der Kolumnist Robert Novak kürzlich die hispanische Vorliebe für die Gattin des Ex-Präsidenten. 35 Prozent der kalifornischen Bevölkerung sind „Hispanics“. Ihre Stimmen könnten in diesem größten amerikanischen Bundesstaat entscheidend sein und Hillary den Sieg sichern. Der Grund für das angebliche Spannungsverhältnis: „Latinos und Asiaten verdrängen zunehmend die Schwarzen aus ihren Positionen“, sagt DiCamillo. Und ein schwarzer Präsident lasse die hispanischen Einwanderer fürchten, dass dieser künftig massiv die Afro-Amerikaner bevorzuge.

„Unsinn“, hält Maria Blanco, prominente Rechtsanwältin und Sprecherin der Organisation „Latinos für Obama“, dagegen. „Obama hat vielmehr die Absicht, endlich eine Einwanderungsgesetzgebung zu verabschieden – und das ist es, was für die Latinos wichtig ist.“ Dass Clinton höher im Kurs stehe, habe vor allem mit der Prominenz ihres Namens zu tun. „Die Marke Clinton hat einen machtvollen Status hier.“

Tatsächlich konnte Präsident Bill Clinton bei Wahlen jeweils rund 60 Prozent der hispanischen Stimmen für sich gewinnen. In seiner Amtszeit profitierte die Gruppe, die heute in den USA 44 Millionen Menschen umfasst, wirtschaftlich spürbar von der guten konjunkturellen Entwicklung. Politisch gelang vielen Hispanics der Sprung auf der Karriereleiter.

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