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Supercomputer: Die Schau der Superlative

Heidelberg (dpa) - Die Internationale Supercomputer Conference ist Anlass für eine Leistungsschau der Superlative. Zum Großereignis für Informatiker und IT-Spezialisten, das am Freitag in Heidelberg endet, messen sich alle Unternehmen, die in der Computerindustrie Rang und Namen haben.

Heidelberg (dpa) - Die Internationale Supercomputer Conference ist Anlass für eine Leistungsschau der Superlative. Zum Großereignis für Informatiker und IT-Spezialisten, das am Freitag in Heidelberg endet, messen sich alle Unternehmen, die in der Computerindustrie Rang und Namen haben.

Auch den führenden Herstellern von Microchips gilt es als Messlatte für ihr internationales Image, wie viele Produkte aus dem eigenen Haus in den schnellsten Rechenanlagen verwendet werden. «Die diesjährige Supercomputer-Konferenz entwickelt sich als die bislang erfolgreichste, sowohl im Hinblick auf die registrierten Besucher als auch das enorme Interesse bei unseren Ausstellern», sagte Hans Werner Meuer, Professor an der Universität in Mannheim und Mitorganisator der Messe. Rund 500 Experten aus aller Welt wurden in Heidelberg erwartet.

Seit 1993 gibt Meuer gemeinsam mit drei weiteren Wissenschaftlern mit der «Top500» zwei Mal im Jahr auch die Liste der 500 schnellsten Rechner heraus. Die Leistung wird in Teraflops gerechnet, das sind Billionen Rechenschritte pro Sekunde. Zum Vergleich für eine Rechenleistung von zum Beispiel 1,5 Billionen Rechenschritten müsste ein Mensch einen Lichtschalter 25 000 Jahre lang an- und ausschalten.

Die Leistungssteigerungen unter den Boliden der Computerindustrie geht mit rasanten Schritten voran. Um unter den 100 schnellsten Anlagen gelistet zu werden, muss ein Rechner mittlerweile fast die doppelte Leistung vorweisen wie noch vor einem halben Jahr. Die Aufnahmeleistung betrage derzeit 1,922 Teraflops im Vergleich zu 1,142 Teraflops im November, teilten die Veranstalter mit. Die aktuelle Nummer 500, eine als Datenbank-Rechner in den USA eingesetzte Anlage von IBM mit einer Leistung von 624 Gigaflops in der Sekunde habe vor sechs Monaten noch im Mittelfeld gelegen und Platz 242 erreicht.

Seit 2002 wird die Liste von dem «Earth Simulator» des japanischen Herstellers NEC mit weitem Abstand angeführt. Die Anlage im Institut für Erdwissenschaften im japanischen Yokohama kommt auf eine Leistung von 35,86 Teraflops und ist damit rund 6000 Mal so schnell wie ein moderner Personal Computer. Vom zweiten Platz wurde «ASCI Q» von Hewlett-Packard durch den Supercomputer «Thunder» verdrängt, einem Verbund aus mehreren einzelnen Superrechnern (Cluster), der im Lawrence Livermore National Laboratory in Kalifornien für die Erforschung von Proteinen eingesetzt wird. Spätestens 2005 will jedoch IBM die führende Position zurückerobern. Bis dahin will IBM die Anlage «Blue Gene/L» fertig gestellt haben, die dann mit einer Spitzenleistung von 360 Teraflops die «Top-500»-Liste anführen soll.

Der Chiphersteller Intel konnte für seine Itanium- und Xeon- Prozessoren einen großen Erfolg verbuchen. Während nach Angaben der Veranstalter noch vor einem halben Jahr 189 Systeme Intel-Chips verwendeten, waren es diesmal insgesamt 287 Systeme. Unter den Chipherstellern rangiert danach mit weitem Abstand auf Platz zwei IBM mit ihren «Power»-Prozessoren (in 75 Systemen) und Hewlett-Packard auf Platz drei (57 Systeme nutzen HP-Prozessoren).

Supercomputer werden in riesigen Hallen untergebracht und haben zum Teil den Strombedarf einer Kleinstadt. Allein 2003 sind nach Angaben der Weltbank schätzungsweise 7,5 Milliarden US-Dollar (6,20 Milliarden Euro) für Supercomputer-Anlagen in den führenden Industrienationen ausgegeben worden. Sie werden zur Erforschung von Krankheiten, zur Simulation von Nukleartests oder, wie der schnellste Computer der Welt, der Earth Simulator, für die Berechnung von Klimaveränderungen eingesetzt.

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