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Supercomputer «Earth Simulator» erneut Spitze

Heidelberg (dpa) - Der «Earth Simulator» des japanischen Elektronikkonzerns NEC ist weiterhin mit Abstand der weltweit schnellste Supercomputer. Die Anlage zur Berechnung von globalen Klimaveränderungen führt damit erneut die am Montag im Vorfeld der 19. Internationalen Supercomputerkonferenz in Heidelberg veröffentlichte Liste der «Top 500» an.

Heidelberg (dpa) - Der «Earth Simulator» des japanischen Elektronikkonzerns NEC ist weiterhin mit Abstand der weltweit schnellste Supercomputer. Die Anlage zur Berechnung von globalen Klimaveränderungen führt damit erneut die am Montag im Vorfeld der 19. Internationalen Supercomputerkonferenz in Heidelberg veröffentlichte Liste der «Top 500» an.

Die Rechenanlage wird seit 2002 im Institut für Erdwissenschaften im japanischen Yokohama eingesetzt und kommt auf eine Leistung von 35,86 Teraflops (Billionen Rechenschritte pro Sekunde). Damit ist sie rund 6000 Mal so schnell wie ein moderner Personal Computer.

Die Rechenanlage «ASCI Q» von Hewlett-Packard (HP), die vormalige Nummer zwei, schaffte es diesmal nur auf den dritten Platz. Sie hat eine Rechenleistung von 13,88 Teraflops und wird von der US- Energiebehörde in Los Alamos für die Simulation von Nukleartests eingesetzt. Überholt wurde «ASCI Q» vom Supercomputer «Thunder», der auf Intels Itanium2-Prozessoren basiert. «Thunder» ist ein so genannter Cluster, ein Verbund aus mehreren einzelnen Superrechnern, und steht im Lawrence Livermore National Laboratory (LLNL) in Kalifornien. Dort erforschen Mediziner unter anderem Aufbau und Eigenschaften von Proteinen. Zur Berechnung der Protein-Faltungen müssen sie gigantische Mengen an Daten berechnen lassen.

Nach dem Willen des Computerherstellers IBM soll «Thunder» 2005 von einem IBM-Supercomputer der Spitzenklasse abgelöst werden. Bis dahin will IBM die Anlage «Blue Gene/L» fertig gestellt haben, die dann mit einer Spitzenleistung von 360 Teraflops auch die Top-500- Liste anführen soll. Der schnellste europäische Supercomputer wird diesmal auf Platz 21 mit 5,56 Teraflops gelistet. Der ebenfalls von IBM stammende Rechner läuft am Forschungszentrum Jülich. Nach Angaben der Konferenzveranstalter stellt IBM 44,8 Prozent der gelisteten Systeme, gefolgt von HP mit 28 Prozent.

Erstmals ist nach Angaben der wissenschaftlichen Leiter der am Dienstag beginnenden Supercomputerkonferenz auch ein System aus China gelistet, das mit Opteron-Prozessoren des Chipherstellers AMD auf Platz zehn kam. Der «Big Mac» an der Virginia State University, der vor einem halben Jahr mit einem dritten Platz einen beeindruckenden Start in der Top-500-Liste hingelegt hatte, ist wegen eines Hardware- Austauschs unterdessen wieder herausgefallen. Der für universitäre Zwecke eingesetzte Eigenbau-Cluster aus handelsüblichen Macintosh- Computern der G5-Modellreihe hatte im vergangenen November für Aufsehen gesorgt, weil er mit rund 5 Millionen Dollar im Vergleich zum 370 Millionen Dollar teuren «Earth Simulator» ein wahres Schnäppchen war.

Die Liste der 500 schnellsten Rechner wird seit 1993 zwei Mal jährlich von einer internationalen Forschergruppe erstellt.

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