Supertriebwerk für Überschallflugzeuge
Australier erreichen achtfache Schallgeschwindigkeit

Fast acht Mal so schnell wie der Schall ist ein neues Supertriebwerk aus Australien bei seinem ersten erfolgreichen Test in der Atmosphäre geflogen.

HB/dpa SYDNEY. Nach Angaben der beteiligten Forscher vom Überschall-Zentrum der Universität Queensland verlief der Testflug dieser so genannten Scramjet-Technik am Dienstag wie geplant. Erstmals habe dabei die Verbrennung im Triebwerk, ein entscheidender Teil der Technik, in der Atmosphäre getestet werden können, sagte Ray Stalker vom Überschall-Zentrum. Ob der Scramjet- Antrieb die Erwartungen erfüllt hat, lässt sich nach Angaben der Forscher des "HyShot"-Programms erst nach Auswertung der Daten in einigen Tagen beurteilen.

Mit der Scramjet-Technik könnten Überschallflugzeuge die Strecke Sydney-London in nur zwei Stunden zurücklegen. Allerdings wird die neue Antriebstechnik voraussichtlich eher in der Raumfahrt als im Linienflugverkehr Anwendung finden, etwa um Raumfähren aus der Atmosphäre heraus zu bringen. Scramjets nutzen den Sauerstoff aus der Luft in Kombination mit Wasserstoff als Treibstoff und können dadurch im Vergleich zu Raketen eine Menge Gewicht einsparen. Darüber hinaus haben die Triebwerke im Gegensatz zu herkömmlichen Flugzeugturbinen keine bewegten Teile. Allerdings benötigen sie einen enorm hohen Druck und zünden daher erst bei etwa fünffacher Schallgeschwindigkeit.

Die Umsetzung der bereits vor Jahrzehnten vorgeschlagenen Technik ist kompliziert. Ein Test der US-Raumfahrtbehörde NASA war im vergangenen Jahr gescheitert. Auch ein erster Versuch der Australier war zunächst fehlgeschlagen. Bei dem nun erfolgreichen Start waren von Woomera in Südaustralien zwei Scramjet-Triebwerke mit Raketen auf rund 315 Kilometer Höhe geschossen worden. Während des Sturzflugs zurück zur Erde wurden die Triebwerke schnell genug, um sie kurz vor dem Aufprall bei 7,6-facher Schallgeschwindigkeit (rund 9000 Kilometer pro Stunde) für fünf Sekunden zu testen.

Ziel des Testflugs war zu überprüfen, ob die Verbrennung in der Atmosphäre genau so stattfindet wie in Windkanal-Versuchen. Die Forscher müssen nun die Reste der Testtriebwerke bergen, die etwa 200 Kilometer von der Startrampe in Woomera entfernt aufgeschlagen sind.

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