Suter-Nachfolge
Sabena-Chef soll Airline-Bereich bei Sair übernehmen

Der jetzige Sabena-Chef und frühere Lufthansa-Manager Müller soll Schweizer Medienberichten zufolge den Airline-Bereich des Schweizer Luftfahrtkonzerns SairGroup übernehmen. Während die Medien Müller als Nachfolger des überraschend zurückgetretenen Moritz Suter sahen, hielt sich die SairGroup-Führung bislang noch bedeckt.

Reuters ZÜRICH. "Wir hoffen, den neuen SairLines-Chef in den nächsten Tagen bekannt geben zu können", erklärte ein Firmen-Sprecher am Donnerstag. Aber die frei gewordene Stelle an der Spitze des Fluggeschäfts der Gruppe ist nicht die einzige zu besetzende Vakanz. Die Gruppe sucht nach der Entlassung von Philippe Bruggisser Ende Januar auch einen neuen Konzernchef. Dieser dürfte am 2. April vorgestellt werden.

Sowohl in der "Neuen Zürcher Zeitung" (NZZ), im "TagesAnzeiger" und auch in der Boulevardzeitung "Blick" wurde Müller als Nachfolger von Suter genannt. Gemäß der NZZ verfügt Müller über Erfahrung im Krisenmanagement nicht nur durch seine Tätigkeit bei Sabena. Zuvor habe er auch die Philippine Airlines beraten, die während der Asienkrise unter Druck geraten war.

Die Turbulenzen des Luftfahrtkonzerns haben in Analystenkreisen negative Reaktionen hervorgerufen. Britta Simon von der Bank Sarasin stufte die Aktien von SairGroup auf "hold" von "buy" herab und erklärte, Sair müsse wahrscheinlich zwischen 1,1 und 1,3 Mrd. für die Restrukturierung aufbringen. "Der Abgang Suters ist eine schlechte Nachricht. In der gegenwärtigen Situation braucht das Unternehmen ein stabiles Management, und dies ist jetzt unwahrscheinlich mit dem Abgang Suters", erklärte sie weiter. Bei der ABN Amro wurden die Titel gar mit "Verkaufen" eingestuft.

An der Schweizer Börse verlor die Sair-Aktie rund zwei Prozent auf 197,50 sfr, nachdem sie zu Beginn bis auf ein neues Jahrestief bei 188 sfr gefallen waren, ein Wert den die Aktien letztmals 1996 erreicht hatten.

Konzernchef zuversichtlich



Ungeachtet der Kritik zeigte sich der Verwaltungsratpräsident und interimistischer Konzernchef Eric Honegger zuversichtlich. In einem Interview des "TagesAnzeiger" erklärte er: "Die Situation ist keineswegs unübersichtlich. Wir haben die Probleme lokalisiert. Sie liegen in Belgien und Frankreich. Wir arbeiten hart daran und werden an unserer Bilanzmedienkonferenz am 2. April darüber orientieren können".

Die Verluste in Frankreich dürften sich 2000 nach Einschätzung von Experten auf rund 2,5 Mrd. Franc belaufen. Sabena selbst rechnet nach eigenen Angaben mit einem operativen Verlust von einer Mrd. belgische Franc in 2001. In Frankreich ist SairLines mit hohen Verlusten der drei Beteiligungen AOM, Air Liberte und Air Littoral konfrontiert, und eine Restrukturierung scheint auf Grund der Widerstände mächtiger Gewerkschaften schwierig.

In Belgien wurde die kurz vor dem Konkurs stehende Sabena, an der Sair 49 % hält, mit einer Finanzspritze noch gerettet. Ob bis 2003 aber wie geplant die Gewinnschwelle erreicht werden kann, bleibt nach Ansicht von Experten abzuwarten. Wenn der 39jährige Müller an die Spitze der SairLines wechselt, zu der unter anderem die Balair, Crossair und Swissair gehören, würde bei Sabena schon wieder ein neuer Sanierer gebraucht. Müller ist seit dem 1. August Chef von Sabena.

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