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Swiss fliegt auf American Airlines

Die neue nationale Schweizer Fluggesellschaft Swiss geht nach eigenen Angaben vom Dienstag eine "intensive Allianz" mit American Airlines ein.

rtr ZüRICH. Das bedeutet noch keinen Vollbeitritt zu der von American mitbegründeten Flugallianz "Oneworld", den Swiss aber anstrebt, wie die Gesellschaft am Dienstag mitteilte.

Swiss, die als Nachfolgerin der zusammengebrochenen Swissair am 31. März den Betrieb aufnimmt, rechnet in diesem Jahr mit einem Verlust in Milliardenhöhe. Im nächsten Jahr soll aber bereits die Gewinnschwelle erreicht werden.

Die neue Gesellschaft geht rechtlich aus der Regionalfluggesellschaft Crossair hervor. Swiss erhielt von Bund, Kantonen und Städten sowie der Schweizer Privatwirtschaft 2,7 Mrd. sfr Eigenmittel. Sie betreibt neben der Crossair-Regionalflotte 52 Mittel- und Langstreckenflugzeuge.

In einem Gespräch mit dem Fernsehsender CNN sagte Swiss-Konzernchef Andre Dose, Swiss wolle noch dieses Jahr der Oneworld-Allianz beitreten. "American wird unser Transatlantikpartner und wir streben eine Vollmitgliedschaft bei Oneworld noch in diesem Jahr an," so Dose weiter. Neben dem weit gehenden Code Sharing wollen Swiss und American auch beim Vielfliegerprogramm zusammen arbeiten. American Airline ist die grösste Fluggesellschaft der Welt. Die Vereinbarung solle bald in Kraft treten, erklärte Swiss.

Neben American sind British Airways und Cathay Pacific Mitglieder der Oneworld-Allianz, die insgesamt acht Mitglieder umfasst. Ein voller Beitritt zu Oneworld bedinge bilaterale Verträge mit den anderen Partnern, erklärte Swiss. In Branchenkreisen hatte es wiederholt geheissen, ein Vollbeitritt von Swiss könnte zunächst auf den Widerstand von British Airways stossen, die auf den Strecken zwischen der Schweiz und London Swiss als den grössten Konkurrenten betrachtet. Es seien auch Einsprüche der Wettbewerbshüter und von Konkurrenten denkbar.

Der Prozess der bilateralen Abkommen sei schon weit fortschritten. Falls der Vollbeitritt nicht zustande komme, gebe es noch andere Alternativen, erklärte Swiss weiter. Wenn möglich, wolle Swiss aber mit dem Winterflugplan Mitglied von Oneworld sein.

Swiss hatte auch mit der SkyTeam-Allianz von Air France und Delta Air Lines sowie der Star-Allianz verhandelt, an der die Lufthansa beteiligt ist.

Auf der Crossair-Bilanzmedienkonferenz im Zürich wiederholte Dose die Planvorgaben für die neue Swiss: Es werde in diesem Jahr bei einem Umsatz von 3,2 Mrd. sfr mit einem Verlust von 1,1 Mrd. sfr gerechnet. Im Jahr 2003 sollte der Umsatz fünf Mrd. sfr erreichen und die Rechnung sollte ausgeglichen abschliessen. Neue Mittel- und Langstreckenflugzeuge habe Swiss zu durchschnittlich 30 bis 40 % tieferen Kosten leasen können als noch vor dem September 2001, hiess es in einem Aktionärsbrief. Crossair selbst kam im Jahr 2001 bei einem Betriebsertrag von 1,39 Mrd. sfr auf einen Verlust von 314 Mill. sfr.

Swiss kündigte zudem eine Erneuerung der Langstreckenflotte an. 13 Flugzeuge vom Typ MD-11 des US-Herstellers Boeing sollen durch neue Airbus A340-300S von EADS ersetzt werden. Das bedeutet, dass Swiss in einigen Jahren noch zwei Flugzeugtypen betreiben wird: Embraer für die Kurzstrecke und Airbus für die anderen Linien. Dose sagte, dass Swiss 400 bis 500 Mill. Dollar in bar für die Airbus-Maschinen zahlen würde.

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