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Swiss Re mit verdoppeltem Halbjahres-Überschuss - Kapitalgewinne

Der weltweit zweitgrößte Rückversicherer Swiss Re hat im abgelaufenen Halbjahr seinen Überschuss auf 1,4 Mrd. Franken verdoppelt und damit Analysten-Erwartungen überflügelt. Allerdings wurde das Ergebnis auch durch hohe realisierte Kapitalgewinne aufgebläht, wie Branchenexperten am Donnerstag anmerkten. "Die Qualität des Ergebnisses ist nicht so gut, wie es zuerst scheint", sagte beispielsweise Frank Stoffel von der Westlb.

dpa-afx ZÜRICH. Der weltweit zweitgrößte Rückversicherer Swiss Re hat im abgelaufenen Halbjahr seinen Überschuss auf 1,4 Mrd. Franken verdoppelt und damit Analysten-Erwartungen überflügelt. Allerdings wurde das Ergebnis auch durch hohe realisierte Kapitalgewinne aufgebläht, wie Branchenexperten am Donnerstag anmerkten. "Die Qualität des Ergebnisses ist nicht so gut, wie es zuerst scheint", sagte beispielsweise Frank Stoffel von der Westlb.

Operativ verbesserte die Gesellschaft ihren Gewinn nicht in dem Maße wie von Analysten prognostiziert. Auch die verdienten Prämien sanken überraschend deutlich um zwei Prozent auf 14,1 Mrd. Franken. Ohne Währungseffekte hätten sie stagniert. Swiss Re achtet nach eigenen Angaben weiterhin auf eine selektive und gewinnorientierte Zeichnungsstrategie.

In die Zukunft schaut der Rückversicherer mit Optimismus. "Ausgehend von den Resultaten des ersten Halbjahres rechnen wir mit einem guten Ergebnis für das Gesamtjahr", sagte der Präsident der Geschäftsleitung, John Coomber. "Swiss Re befindet sich auf dem richtigen Weg." Die Aktie des Rückversicherers startete nach den Zahlen zuerst mit Gewinnen, drehte dann aber ins Minus. Am Vormittag verbuchte der Titel zuletzt ein Plus von 0,21 % auf 72,25 Franken. Der Swiss-Market-Index SMI gewann zugelich 0,56 % auf 5 404,90 Punkte.

Halbjahr Getragen VON Bereichen UND Kapitalanlage-Ergebnis

Das Anlageresultat aus der ersten Jahreshälfte dürfte sich im zweiten Halbjahr nicht wiederholen, meldete der Rückversicherer. Auch wegen realisierter Kapitalgewinne erzielte Swiss Re von Januar bis Juni aus Kapitalanlagen 3,1 Mrd. Schweizer Franken. Die Rendite auf Kapitalanlagen betrug 5,8 % (Vorjahr: 4,8%). Das Eigenkapital erhöhte sich gegenüber Ende 2003 von 18,5 auf 19,4 Mrd. Franken. Als Eigenkapitalrendite wies Swiss Re 15,6 % aus. Zu dem guten Halbjahres-Ergebnis hätten alle Geschäftsbereiche beigetragen, ergänzt von dem "ausgezeichneten Ergebnis aus Kapitalanlagen".

Im laufenden zweiten Halbjahr rechnet die Swiss Re versicherungstechnisch mit einer ähnlichen Entwicklung wie in den ersten sechs Monaten, aber mit geringeren Kapitalgewinnen. HVB-Experte Oliver Flade sagte, die Jahresziele dürften wegen der Auswirkungen des Hurrikans "Charley" nicht gefährdet sein. Der Wirbelsturm hatte Mitte August in Florida Schäden in Milliardenhöhe verursacht. Die Schweizer gehen vor Steuern von Belastungen unter 200 Mill. $ aus. Das sei für den Rückversicherer gut zu stemmen, sagte Flade. Ein Problem sei, wenn mehr Großschäden im zweiten Halbjahr anfielen. Von Januar bis Juni seien relativ wenig Großschäden aus Naturkatastrophen aufgetreten.

Entwicklung IN DER Schaden/Haftpflicht-Sparte

Im größten Bereich Schaden- und Haftpflicht verbesserte sich die Combined Ratio, eine wichtige versicherungstechnische Kennziffer, im Berichtzeitraum auf 96,1 % (Vorjahr: 99,8%). Analysten hatten mit einem noch deutlicheren Aufschwung auf 95,3 % gerechnet. Liegt diese Schaden-Kosten-Quote unter 100 %, erzielt ein Versicherer operativ Gewinne, da er mehr Prämien einnimmt als er für Schadenforderungen und das operative Geschäft aufwenden muss. Die verdienten Prämien im Bereich Property & Casualty gingen um 4 % auf 7,5 Mrd. Franken zurück. In den Jahren 2004 bis 2006 strebt Swiss Re für den Schaden/Unfall-Bereich eine Combined Ratio von 96 % an. Die Prämien sollen um 5 % wachsen.

Das operative Ergebnis des Leben- und Krankenbereichs (Life & Health) wuchs im Jahresvergleich bei stagnierenden Prämien um 34 % auf 633 Mill. Franken. Die Rendite auf den operativen Ertrag verbesserte sich auf 8,6 % (Vorjahr: 8,1%). Das Prämienvolumen blieb nach den Angaben mit 5,0 Mrd. Franken unverändert - währungsbereinigt wäre es um 4 % gewachsen. Swiss Re ist nach eigenen Angaben der weltgrößte Lebens- und Krankenrückversicherer. Zu den Ergebnissen trugen auch Übernahmen bei. Der Rückversicherer hatte das Einzellebens-Versicherungsgeschäft der US-amerikanischen CNA Financial Group übernommen. "Diese Woche wurde die Akquisition von Life Assurance Holding Corporation Ltd. in Großbritannien ebenfalls abgeschlossen", hieß es im Halbjahres-Bericht.

Der Bereich Financial Services steigerte in den ersten sechs Monaten sein operatives Ergebnis um 32 % auf 359 Mill. Franken. Das Prämienvolumen legte um zwei Prozent zu auf 1,6 Mrd. Franken. Währungsbereinigt hätte Swiss Re hier fünf Prozent mehr Prämien verzeichnet. Im Honorargeschäft kletterte der Ertrag um 11 % auf 470 Mill. Franken.

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