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Swiss reduziert Flotte und Arbeitsplätze

Die vor einem Jahr mit Milliardenhilfen des Staates und der Wirtschaft aus der Taufe gehobene Schweizer Fluggesellschaft Swiss reduziert ihre 133 Maschinen grosse Flotte um acht Flugzeuge und baut 300 ihrer etwa 10 000 Stellen ab.

Reuters BASEL. Mit diesem Schritt will die Nachfolgegesellschaft der zusammengebrochenen Swissair sicherstellen, dass 2003 die Gewinnschwelle erreicht wird. Aber "eine Punktlandung bleibt schwierig", sagte Konzernchef Andre Dose bei einer Medienkonferenz in Basel mit Blick auf das kommende Jahr. Die Gesellschaft, die zuletzt wegen technischer Pannen wiederholt von sich reden machte, will in den Bereichen Technik und Informationstechnologie 200 neue Arbeitsplätze schaffen.

Insgesamt solle das Ergebnis des kommenden Jahres um rund 400 Millionen sfr verbessert werden, teilte Swiss weiter mit. Neben der Flottenreduzierung soll auch das Streckennetz angepasst und das Chartergeschäft überarbeitet werden. Von dem Stellenabbau entfallen 140 Stellen auf das Kabinen- und Bodenpersonal. Das Piloten-Corps soll um 160 Stellen reduziert werden. Es sollen je eine Lang- und eine Mittelstreckenmaschine, drei Chartermaschinen sowie drei Regionalflugzeuge mit je 50 Plätzen stillgelegt werden. Die Auslastung im Regionalgeschäft ist bei Swiss zur Zeit deutlich schlechter als im Interkontinentalgeschäft.

Damit sind die Sparmassnahmen aber nicht beendet. Um in 2004 auf einen Gewinn zu kommen, müssten die Kosten weiter gesenkt werden, so Verwaltungsratpräsident Pieter Bouw. "Das politische und wirtschaftliche Klima ist alles andere als sonnig", sagte Bouw zu Journalisten. Und es sei besonders schwierig, von der Schweiz aus mit ihren Kosten gegenüber den Konkurrenten mitzuhalten. Kritiker warfen Swiss vor, sie betreibe gemessen am Umfang ihres Heimmarktes eine zu grosse Flotte.

Im dritten Quartal fiel bei einem Umsatz von 1,38 Milliarden sfr ein Verlust von 135 Millionen sfr an. Darin seien Sonderabschreibungen von 60 Millionen sfr auf die Flotte sowie 15 Millionen sfr einmalige Kosten für den Aufbau von Swiss enthalten, hiess es. Für das ganze Jahr 2002 rechnet Swiss zwar mit roten Zahlen, der Abschluss sollte aber deutlich unter dem vorgesehenen Verlust von 1,1 Milliarden sfr bleiben. Der Verlust der ersten neun Monate betrug 582 Millionen sfr bei einem Umsatz von 3,13 Milliarden sfr.

Nach dem Zusammenbruch der Swissair im Oktober 2001 wurde die Swiss aus der Regionalfluggesellschaft Crossair und Teilen der Swissair als neue nationale Fluggesellschaft geschaffen. Staat, Banken und Industriebetriebe brachten frisches Kapital von 2,7 Milliarden sfr auf. Im April 2002 nahm Swiss offiziell den Flugbetrieb auf.

An der etwas schwächeren Börse verloren die Swiss-Aktien bis am Mittag 4,1 Prozent auf 31,35 sfr.

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