Swissair-Chef: Zukunft von Sabena jetzt zunehmend zweifelhaft
Belgische Regierung lehnt Beteiligung an Sabena ab

Zur Überraschung der schweizerischen Luftgesellschaft Swissair hat die belgische Regierung ein am Montagabend vorgelegtes neues Swissair-Angebot für ihre Beteiligung an dem belgischen Luftfahrtunternehmen Sabena abgelehnt.

dpa/vwd/bue HB DÜSSELDORF/ZÜRICH. "Die Swissair-Group ist überrascht und bestürzt über die sofortige Ablehnung", heißt es in einer am Dienstag in Zürich veröffentlichten Erklärung der Swissair.

Am Nachmittag will der Verwaltungsrat der Sabena SA, Brüssel, zusammentreten, um die Zukunft der angeschlagenen belgischen Fluggesellschaft zu erörtern, wie Sabena-Sprecher Wilfried Remans sagte. Nach Einschätzung aus Unternehmenskreisen ist im Anschluss jedoch nicht mit einer wichtigen Mitteilung des Boards zu rechnen.

Das schweizerische Unternehmen, das 49,5 % an der Sabena hält, hatte vorgeschlagen, zusammen mit dem belgischen Staat als anderem Mehrheitsaktionär 275 Mill. Euro (538 Mill. DM) in die Sabena zu investieren. Zusätzlich wollte die Swissair der Sabena ein Darlehen von 30 Mill. Euro gewähren.

Damit wollte die Swissair nach eigenem Bekunden erreichen, dass sie von der Verpflichtung freigestellt wird, ihren Anteil an der Sabena auf 85 % zu erhöhen. Swissair-Chef Mario Corti zeigte sich erstaunt über die Entscheidung in Brüssel. "Die Swissair Group ist nicht bereit, Verlust machende Fluggesellschaften unbegrenzt zu finanzieren. Indem unser Vorschlag nicht akzeptiert wird, erscheint die Zukunft der Sabena jetzt zunehmend zweifelhaft", erklärte Corti.

Mit der Summe von insgesamt 305 Mill. Euro wäre es nach Vorstellung der Swissair der belgischen Gesellschaft gelungen, sich zu sanieren und fort zu bestehen. Die Swissair will sich Schritt für Schritt aus ihren defizitären Auslandsbeteiligungen zurück ziehen, nachdem sie im vergangenen Jahr einen Verlust von 2,88 Mrd. Franken (3,69 Mrd. DM) eingeflogen hatte.

Die Swissair kämpft an allen strategisch wichtigen Fronten - und ist überall in der Defensive: Die finanzielle Situation ist katastrophal; neun von zehn Mitgliedern haben den Verwaltungsrat verlassen; die Beteiligungen an drei französischen Fluglinien und der belgischen Sabena entpuppten sich als Milliardenlöcher; und ohne Mitgliedschaft in einer großen Airline-Allianz ist die SAir-Group international isoliert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%