Swissair deutlich im Minus
Europäische Börsen schließen überwiegend leichter

Die europäischen Börsen haben am Dienstag überwiegend schwach geschlossen. Händler führten die Abwärtstendenz auf neue Gewinnwarnungen von europäischen und amerikanischen Technologiefirmen zurück.

Reuters FRANKFURT. Händler sagten, dass die Investoren wegen der nicht endenden Reihe von Gewinnwarnungen aus dem US-Technologiesektor nervös seien. Hinzu komme die Schwäche des größten europäischen Wirtschaftsmarktes Deutschland, hieß es.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz notierte am Abend 1,7 % im Minus bei 4 063 Punkten, während der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) einen Abschlag von 1,4 % auf 4 244 Punkte verbuchte.

London - Softwarefirmen unter Druck

Die Londoner Börse schloss schwach. Der FTSE-Index verringerte sich um 1,34 % auf 5 639,9 Punkte. Die Aktien des IT-Dienstleisters Dimension Data stürzten nach einer Gewinnwarnung 28,7 % auf 189 Pence. Andere Softwarefirmen verzeichneten ebenfalls Abschläge, so verloren die Titel der Sage Group 6,8 %, Misys-Aktien gaben über 4 % ab, und ARM Holdings-Papiere fielen 6,6 %. Händler sagten, dass die Umsätze angesichts der Urlaubszeit insgesamt moderat geblieben seien.

Zürich - Swissair deutlich im Minus

Die Schweizer Aktien haben nach einem insgesamt recht ruhigen und von moderaten Umsätzen geprägten Geschäft schwächer geschlossen. Der SMI der an der virt-x gehandelten Schweizer Blue Chips sank ein Prozent auf 7 242,8 Punkte. Im Zentrum des Geschehens standen nach Händlerangaben Swissair, die 5,24 % auf 99,50 sfr einbrachen. Es zeichne sich ab, dass der Ausstieg aus der belgischen Sabena schwierigerer als erwartet sein könnte, sagten Börsianer. Belgien lehnt einen Vorschlag von Swissair zu einer Kapitalspritze für Sabena ab und stellte eine Klage in Aussicht. Die Aussichten auf einen lang dauernden Rechtsstreit und "die übrigen Probleme" hätten Swissair nach unten gedrückt, hieß es.

Paris - France Telecom belastet Pariser Börse

Belastet von den Kursabschlägen bei den Technologiewerten und beim Indexschwergewicht France Telecom hat die Pariser Börse sehr schwach geschlossen. Der CAC 40-Index verringerte sich um 1,71 % auf 5 205,78 Punkte. France Telecom-Titel verloren 4,83 % auf 56,15 ?, nachdem Merrill Lynch und Societe Generale am Dienstag mitgeteilt hatten, zwischen zehn und 13,5 Millionen France-Telecom-Aktien der SITA-Foundation am internationalen Markt anzubieten.

Mailand - Mit leichten Abschlägen

Die italienischen Aktienwerte schlossen etwas leichter. Der Mib 30-Index beendete den Handel mit einem Minus von 0,46 % auf 37 710 Punkten. Fiat-Aktien kletterten gegen die allgemeine Markttendenz um 3,33 % auf 26,06 ?. Zuvor war bekannt worden, dass die von Fiat geführte Holding Italenergia, die ein feindliches Übernahmeangebot für die Holding Montedison abgeben hatte, bereits über mehr als die Hälfte der Anteile an Montedison verfügt. Montedison-Titel gaben dagegen 2,95 % auf 2,97 ? ab.

Madrid - Schwächer trotz Gewinnen bei Versorgern

Die Börse in Madrid präsentierte sich leichter, der 35 Werte umfassende Blue-Chip-Index Ibex ging mit einem Minus von 0,63 % auf 9 015,9 Punkten aus dem Handel. Leichte Kursaufschläge verzeichneten allerdings die Energieversorger Endesa und Iberdrola nach Berichten, dass die Europäische Kommission ein milliardenschweres Beihilfeprogramm nicht blockieren werde. Endesa-Titel gewannen 0,3 % auf 18,65 ? und Iberdrola 0,2 % auf 15,06 ?.

Amsterdam - Bei niedrigen Umsätzen schwächer

Die niederländischen Aktienwerte schlossen schwächer. Der AEX-Index verringerte sich um 0,83 % auf 576,30 Punkte. Händler sprachen von einem äußerst ruhigen Geschäft. Die Umsätze seien angesichts der Ferienzeit dünn geblieben. Gegen die Markttendenz stemmten sich die Aktien des Telekomunternehmens KPN Telecom. Medien hatten zuvor berichtet, KPN werde bald mit Belgacom zusammengehen. Nach dem Dementi von KPN gab der Wert allerdings einen Teil seiner Gewinne wieder ab. KNP-Aktien schlossen knapp 3 % höher auf 6,90 ?.

Wien - ATX fällt unter 1 200 Punkte

Die Wiener Börse schloss etwas leichter. Der ATX fiel auf 1 199,12 (Vortagesschluss 1 204,03) Punkte und rutschte damit unter die vor allem psychologisch relevante 1 200er Marke. Elf Aktien schlossen höher, neun tiefer und ein Wert unverändert. Deutliche Abschläge musste der Versorger Verbund auf 95,49 (96) ? hinnehmen. "Bei Verbund scheint sich ein recht großer institutioneller Investor zu verabschieden", sagte ein Händler. Der Gesamtmarkt habe sich den ganzen Tag hindurch eher lustlos und flau gezeigt, es hätten die Impulse gefehlt, hieß es.

Brüssel - Finanzwerte lasten auf Bel-20-Index

Die Brüsseler Börse schloss etwas leichter. Der-Bel-20-Index schwächte sich um 0,49 % auf 2 886,65 Punkte ab. Auf den Einkaufslisten der Börsianer standen die Aktien des Einzelhändlers Colruyt. Mit einem Kursaufschlag von 6,12 % auf 43,35 ? war die Aktie Tagesgewinner. Ein Händler sagte, dass das Papier immer noch von den guten Zahlen für 2000 und dem günstigen Ausblick profitiere.

Stockholm - Verluste bei Telekomwerten belasten

Die Stockholmer Börse präsentierte sich zuletzt leichter. Der OMX-Index notierte am Abend 0,88 % im Minus bei 888,86 Punkten. Händler führten den Abwärtstrend auf die jüngsten Gewinnwarnungen aus den USA sowie auf neue Befürchtungen über die Situation auf dem internationalen Mobilfunkmarkt zurück. Vor allem die Nachricht, dass Motorola die Aufträge für seinen Zulieferer Flextronics wesentlich gekürzt hat, habe Besorgnis ausgelöst, hieß es. Der Aktienkurs des Telekomunternehmens Telia verlor 0,50 Schwedische Kronen (skr) auf 55,5 skr. Die indexschwergewichtigen Ericsson-Aktien verbilligten sich um eine skr auf 60,50 skr. Die Dividendenpapiere des Konkurrenten Noki gaben um 8,50 skr auf 240,50 skr nach.

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