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Swissair kann weiterhin fliegen

Die finanziell zusammengebrochene Schweizer Luftfahrgesellschaft Swissair kann weiterhin fliegen. Die Schweizer Regierung wird die erste Tranche von 50 Mill. sfr eines Kredits von insgesamt einer Mrd. sfr auszahlen, wie das Finanzministerium mitteilte.

rtr ZÜRICH. Die Regierung hatte diese Auszahlung davon abhängig gemacht, dass Banken, Kantone und der Flughafen Zürich ein tragfähiges Finanzkonzept für die flugverwandten Swissair-Betriebe vorlegten, die von der Muttergesellschaft in die Schwierigkeiten mitgerissen wurde. Es handelt sich dabei hauptsächlich um die Software-Firma Atraxis, die Wartungsfirma SR Technics und Abfertigungsfirma Swissport. Atraxis betreibt unter anderem die Computer-Systeme für die Abfertigung der Passagiere.

Die Swissair erhielt von der Regierung bereits einen Kredit von 450 Mill. sfr. Dieses Geld reichte bis zum (heutigen) Freitag.

Nach Angaben des Finanzministeriums wurde nun bei SR Technics eine Finanzierung von 100 Mill. sfr sichergestellt. Bei Atraxis sei die Liquidität für November gesichert, zugleich seien die Verkaufsverhandlungen weit fortgeschritten. Bei Swissport sei die Liquidität für die nächsten Wochen gesichert und die Verkaufsverhandlungen seien fortgeschritten. Die Liquiditätsprobleme bei Gate Gourmet (Flugverpflegung) sollen durch einen Kredit der SAirGroup in Höhe von 30 Mill. sfr behoben werden, erklärte der Swissair-Sachwalter Karl Wüthrich in seinem wöchentlichen Bericht. Er erklärte dort weiter, es würden bereits Vorarbeiten geleistet mit dem Ziel, Verkäufe von Konzerteilen so schnell wie möglich über die Bühne bringen zu können. Solche Verkäufe müssen von Sachwalter und Nachlassrichter genehmigt werden. Über den Verkauf der Computerfirma Atraxis wird mit der deutsche Lufthansa verhandelt.

Geld für einen Sozialplan ist keines vorhanden. Die Task Force Swissair Personal kam am Freitag zu dem Schluss, dass mit Ausnahme von drei Firmen kein Geld für Sozialpläne vorhanden ist. Dafür würden mindestens 100 Mill. sfr benötigt, die die Banken mangels Sicherheiten nicht zu finanzieren bereit seien. Eine Hilfe des Bundes sei nicht möglich, erklärte Jean-Luc Nordmann, Direktor für Arbeit im Staatssekretariat für Wirtschaft und Leiter der Task Force. Die Entlassenen erhalten Zahlungen der Arbeitslosenversicherung bereits während der Kündigungsfrist und für die Monate November und Dezember hat der Bund Ergänzungszahlungen zugesichert.

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