Swisscom kauft eigene Aktien zurück

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Swisscom kauft eigene Aktien zurück

Der Schweizer Telekomkonzern Swisscom hat trotz langer Suche keinen geeigneten Übernahmekandidaten gefunden und will nun mit seinen überschüssigen Mitteln zehn Prozent der eigenen Aktien im Gesamtwert von 4,3 Mrd. sfr zurückkaufen.

rtr BERN. Hauptnutzniesser des Rückkaufs ist der Bund, der 65 % des Aktien an dem ehemaligen Schweizer Telekom-Monopolisten hält. Für 2001 kündigte Swisscom einen hohen Gewinn an an.

Der Konzern, der etwa seine UMTS-Lizenz für die Schweiz im Vergleich zu anderen europäischen Mitbewerbern zu einem Spottpreis ersteigern konnte, schwimmt in Geld. So brachte der Verkauf eines Pakets von 25 % an der Mobiltochter Swisscom Mobile an Vodafone zusammen mit der Veräusserung von zwei Immobilien-Paketen der Swisscom 6,7 Mrd. sfr in die Kasse. Beobachter schätzten die Swisscom-Kriegskasse auf zehn Mrd. sfr.

Übernahmen wären nur im Ausland möglich gewesen; der Verzicht darauf bedeutet, dass sich Swisscom, die als nennenswerte Beteiligung nur noch die deutsche Debitel hält, auf den Schweizer Markt zurückzieht. Mit seinen anderen Auslandsbeteiligungen hatte die Swisscom weniger Glück, sie wurden wieder verkauft oder die Swisscomn ist wie etwa in Tschechien dabei, das zu tun. Aktienrückkäufe als eine Möglichkeit hatte die Swisscom schon früher in Aussicht gestellt.

Als ein Segen dürfte sich das Rückkaufprogramm für die Schweizer Staatskasse erweisen, die im Vergleich zu den Regierungen der Nachbarländer etwa auf UMTS-Einnahmen verzichten musste. Als Grossaktionär erhält der Staat mit 2,8 Mrd. sfr den Löwenanteil der Rückkaufsumme. Die Einnahmen will das Finanzminsterium zum Schuldenabbau verwenden, rein rechnerisch lassen sich auf jeden Fall die Ausgaben im Zusammenhang mit der Finanzspritze an die zusammengebrochene Fluggesellschaft Swissair decken. Wenn sich alle Aktionäre an dem Programm beteiligen, wird sich der Bundesanteil an Swisscom nicht reduzieren. Dass der Rückkaufkurs mit 580 sfr weit über dem derzeitigen Börsenkurs von 512 sfr liegt, sei möglicherweise auch ein Entgegenkommen dem Finanzminister gegenüber, vermuteten Aktienhändler.

Der Reingewinn des Jahres 2001 werde wesentlich über dem des Geschäftsjahres 2001 zu liegen kommen, teilte Swisscom weiter mit. Dabei ist schon berücksichtigt, dass die Beteiligungen an Debitel um 1,1 Mrd. sfr und die an Infonet um 220 Mill. sfr wertberichtigt wurden. Die Bilanz sei äusserst solide und das laufende Geschäft generiere einen anhaltend hohen Cash flow, hiess es weiter. Der Betriebsgewinn Ebitda dürfte 2001 um mindestens neun Prozent über dem Vorjahresniveau liegen. Im Jahr 2002 sollte der Betriebsgewinn, so Konzernchef Jens Alder im Gespräch mit Reuters, dann in etwa auf dem entsprechenden Vorjahresniveau liegen.

Swisscom erzielte im Jahr 2000 bei einem Umsatz von gut 14 Mrd. sfr einen Ebitda von gut vier Mrd. sfr und einen Reingewinn von gut drei Mrd. sfr.

Der Aktienrückkauf wird über Put-Optionen abgewickelt. Den Aktionären werde pro Aktie eine Gratis-Put-Option zugeteilt, hiess es weiter. Je zehn Put-Optionen berechtigten zum Verkauf einer Aktie zum Ausübungspreis von 580 sfr.

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