Sylvester soll Jungfernfahrt stattfinden
China stellt weitere Transrapid-Strecke in Aussicht

Chinas Ministerpräsident Zhu Rongji hat den Bau einer zweiten Transrapid-Strecke in der Volksrepublik in Aussicht gestellt. Die Transrapid-Technologie habe in China eine "sehr schöne Zukunft", sagte Zhu Rongji nach einem Gespräch mit Bundeskanzler Gerhard Schröder am Sonntag in Peking. Nähere Angaben über ein Anschlussprojekt wolle er aber erst am Dienstag in Shanghai machen.

vwd PEKING. Beobachter gehen davon aus, dass die Regierung als nächstes die gut 200 Kilometer lange Verbindung zwischen Shanghai und dem südlich gelegenen Hangzhou angehen will. Ob das Transrapid-Konsortium aber auch auf der knapp 1.300 Kilometer langen Strecke zwischen Peking und Shanghai zum Zuge kommt, ist weiter ungewiss.

Für den Sylvestertag ist die Jungfernfahrt der ersten kommerziell genutzten Transrapid-Strecke zwischen dem Flughafen Pudong und der Innenstadt geplant. An dem so genannten "VIP-Run" auf der rund 30 Kilometer langen Strecke nehmen ein Jahr vor dem Beginn des fahrplanmäßigen zweispurigen Betriebes neben dem Bundeskanzler und dem chinesischen Ministerpräsidenten auch die Bundesminister Wolfgang Clement und Manfred Stolpe sowie Vertreter des Transrapid-Konsortiums aus der Siemens AG und der Thyssen-Krupp AG teil.

Der Siemens-Vorstandsvorsitzende Heinrich von Pierer reagierte zunächst zurückhaltend auf die Ankündigung Zhu Rongjis. Wichtig sei, dass die Jungfernfahrt problemlos verlaufe und das System bis zum Beginn seines fahrplanmäßigen Betriebes im kommenden Jahr seine technische Zuverlässigkeit unter Beweis stelle. Sollte dies der Fall sein, würden weitere Strecken gebaut, davon sei er "überzeugt", sagte von Pierer am Rande des Arbeitsbesuches der deutschen Delegation. Auch für die möglichen Strecken in den USA und den Niederlanden habe die Referenzstrecke in Shanghai eine große Bedeutung. "Alles blickt auf China", sagte von Pierer.

Wie groß der Anteil der deutschen Unternehmen an künftigen Transrapid-Projekten in China ist, bleibt noch offen. Natürlich müsse man davon ausgehen, dass die Chinesen mehr als in Shanghai selber machen möchten, sagte von Pierer. Auch Bundeskanzler Gerhard Schröder verwies nach seinem Gespräch mit Zhu Rongji darauf, dass das Transrapid-Projekt in Shanghai auch ein Symbol für die Bereitschaft Deutschland sei, Technologie nicht nur zu verkaufen, sondern andere auch "in dem Rahmen, in dem es vertretbar ist", daran teilhaben zu lassen.

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