Syskoplan-Aktien kosten 20 bis 24 Euro
Syskoplan: Die digitale Tante Emma will an die Börse

Mit einem ganzheitlichen Technologie-Konzept will es der Börsenkandidat Syskoplan großen Unternehmen mit zahlreichen Kunden ermöglichen, eine persönliche Betreuung wie in einem Kramlädchen von anno dazumal zu leisten. Motto des Vorstandschefs: "Zurück in die Zukunft".

ant FRANKFURT. Beim Buhlen um Kundschaft wird der Serviceumfang immer wichtiger. "Wir wollen zurück in die Zukunft", erläuterte Syskoplan-Chef Manfred Wassel am Mittwoch in Frankfurt, wie er sich Kundenbetreuung im Informationszeitalter vorstellt. Damit der einzelne Kunde auch im Massenbetrieb voll im Mittelpunkt steht, setzt Syskoplan auf die Verbindung der informationstechnologischen (IT) Bereiche Customer Relationship Management (CRM, Kundenbeziehungsmanagement), Business Intelligence und Supply Chain Management (Organisation von Versorgungsketten). "Dadurch sollen unsere Kunden letztlich in die Lage versetzt werden, ihre eigenen Kunden so persönlich zu bedienen wie ein Tante-Emma-Laden", sagte Wassel.

Größter Kunde des in Gütersloh ansässigen IT-Dienstleisters ist der Medienkonzern Bertelsmann, über den rund 34 % des Gesamtumsatzes generiert werden. Die Abhängigkeit relativiert sich nach Darstellung Wassels jedoch dadurch, dass sich der Umsatz im Konzern auf mehrere Kunden und Projekte verteilt. Zweitgrößter Kunde ist der Walldorfer Softwareanbieter SAP, der 11 % zum Gesamtumsatz beisteuert. SAP ist gleichzeitig auch der wichtigste Entwicklungspartner, da die meisten Syskoplan-Kunden ihre Geschäftsprozesse auf der Basis von SAP-Produkten organisieren. Außerdem bestehen Partnerschaften mit Microsoft und SAS.

Obwohl die 1983 gegründete Firma seit langem profitabel arbeitet, ist vorerst keine Dividende geplant. Wie zwei Drittel des erwarteten Emissionserlöses von rund 30 Mill. Euro sollen in den kommenden Jahren die meisten Investitionen in das Wachstum fließen. Da Syskoplan seit 1995 über Projekterfahrung und seit 1996 über Niederlassungen in den USA verfügt, fürchtet Wassel nicht, sich bei der internationalen Expansion zu übernehmen. "Wir haben unser Lehrgeld schon früher gezahlt", sagte er. Den im ersten Halbjahr auf die Vereinigten Staaten entfallenen Umsatz- und Ergebnisanteil bezifferte er auf rund 20 %. Auch in Irland besteht eine Niederlassung. Operativ tätig ist Syskoplan zudem in fast allen europäischen Metropolen sowie in Shanghai und Sydney.

Für 2000 peilt Syskoplan einen noch relativ moderaten Umsatzanstieg von 31,7 Mill. Euro auf 38,15 Mill. Euro an. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) soll sich gleichzeitig von 4,6 Mill. Euro auf knapp 5,8 Mill. Euro erhöhen. Die damit angestrebte Ebit-Marge von rund 15 % wird im Jahr darauf leicht unter den immensen Wachstumsanstrengungen leiden. Bei einem Umsatzsprung auf 50,9 Mill. Euro soll sie jedoch immer noch bei mehr als 13 % liegen. Die angebotenen Aktien stammen aus einer Kapitalerhöhung, allein die 169 745 Papiere umfassende Mehrzuteilungsreserve werden aus dem Altbesitz bereitgestellt. Wichtigster Anteilseigner bleibt mit knapp 28 % auch nach dem Börsengang Wassel, der sich wie alle Altaktionäre verpflichtet hat, die Papiere mindestens 12 Monate lang zu halten. Die DG Private Equity hält nach einer erfolgreichen Platzierung noch knapp 21 %.

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