Systemmängel im kassenübergreifenden Finanzausgleich
Neue Preisrunde bei gesetzlichen Krankenkassen

In der gesetzlichen Krankenversicherung steht nach Einschätzung des Bundesverbandes der Innungkrankenkassen (IKK) ein weiterer Anstieg der Beiträge bevor.

Reuters BERLIN. "Schon ab dem Jahreswechsel könnte es bei einigen Krankenkassen zu Beitragserhöhungen kommen", sagte der IKK-Vorsitzende Rolf Stuppardt der "Berliner Zeitung" (Montagausgabe). Gründe dafür seien weiter bestehende Systemmängel im kassenübergreifenden Finanzausgleich und unkalkulierbare Zusatzausgaben der Krankenkassen durch neue Gesetzesregelungen. So sei noch nicht abzusehen, welche finanziellen Belastungen etwa durch die Programme für chronisch Kranke auf die gesetzliche Krankenversicherung zukämen. "Die finanziellen Wirkungen sind völlig offen", sagte Stuppardt. "Möglicherweise hat eine ganze Reihe von Krankenkassen ihre Beitragssätze zu niedrig angesetzt."

Stuppardt forderte eine Reform des Risikostrukturausgleichs direkt nach der Bundestagswahl. "Die neue Bundesregierung muss umgehend eine Finanzreform der gesetzlichen Krankenversicherung auf den Weg bringen, die für mehr Gerechtigkeit zwischen den Kassen sorgt."

Trotz gestiegener Beitragssätze hatten die gesetzlichen Krankenkassen im ersten Quartal 2002 erneut ein Defizit erwirtschaftet. Nach Einschätzung des Gesundheitsministeriums werden die Kassen aber zum Jahresabschluss wieder schwarze Zahlen schreiben. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) hatte Anfang Juni zudem erklärt: "Die Beitragssätze bleiben stabil, wenn sich alle im System wirtschaftlich verhalten." Der durchschnittliche Beitragssatz liegt derzeit bei 13,99 %.

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