Systemschef sieht Messe als führende Businessveranstaltung
IT-Arbeitszimmer in Wald und Wiese

Die Systems steht vor ihrer größten Bewährungsprobe. Ab heute wird sich zeigen, ob das Konzept der Messe aufgeht. Die Aussage des deutschen Microsoft-Chefs Jürgen Gallmann, man werde sein Engagement auf "Wald- und Wiesenmessen" überdenken, hat den Chef der Münchner Messe, Klaus Dittrich, bereits im Systems-Vorfeld schwer getroffen.

HB MÜNCHEN. Dabei meinte Jürgen Gallmann nicht nur die Systems, die heute ihre Tore in München eröffnet, sondern auch die etwa viermal so große Cebit in Hannover. Zur Eröffnung der Systems 2004 gelang es Dittrich jedoch, verbal den Spieß umzudrehen und die Lacher auf seine Seite zu ziehen. Mit dem Münchner Oberbürgermeister Christian Ude sei wenigstens der "Wiesn"-Anteil der Messe auf dem Podium der Eröffnungsredner präsent.

Dittrich sieht die Systems mit seiner thematischen Ausrichtung auf das B2B-Geschäft, also Business to Business, in schweren Zeiten gut positioniert. Die Münchener Computermesse im Herbst sei die wichtigste Veranstaltung, wenn es darum geht, Themen der Informationstechnik für Geschäftsleute aufzubereiten, sagte der Systems-Chef. Das scheint etwas übertrieben, hat doch die Cebit trotz ihrer verstärkten Ausrichtung auf Unterhaltungselektronik auch den Firmenkunden eine Menge zu bieten. Leicht übertriebene Werbung in eigener Sache ist im Rahmen einer Eröffnungsveranstaltung aber natürlich erlaubt.

Etwas zu weit dagegen ging der Präsident des Bitkom-Verbandes, Willi Berchtold, in seiner Eröffnungsrede, als er München und London als die wichtigsten IT-Standorte in Europa in einem Atemzug nannte. Von der Bedeutung ist das durchaus richtig. Doch den Raum München mit einem Durchmesser von 400 Kilometer zu benennen, regt die Zuhörer doch zu einem erstaunten Lachen an. Erfreulich ist in diesem Zusammenhang aber, dass etwa der wichtigste Linuxanbieter Red Hat sein europäischen Hauptquartier von London nach München verlegen wird, um Europa zentraler erschließen zu können.

Besucher aus den neuen osteuropäischen EU-Ländern dürften in den nächsten Tagen auf der System eine stärkere Rolle spielen als bisher. Dazu hatte die Systems vermutlich in Zusammenarbeit mit dem bayerischen Staatsminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie 20 Busse organisiert. Bayern will mit "Laptop und Lederhose" gezielt, geschäftliche Brücken zu unseren Nachbarn im Osten schlagen.

Etwas schwach geriet am Sonnatg dagegen die Keynote-Rede des deutschen Vodafone-Chefs Jürgen von Kuczkowski. Sie sollte unterstreichen, dass auf der Systems wie auf der Cebit das Thema Telekommunikation eine wichtige Rolle spielt. Mit einer Menge seit langem bekannter Aussagen zu UMTS und Wireless LAN wirkte die Schlüsselrede eher wie ein blasser Wiesen-Champion.

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