T-Aktie als Paradebeispiel
Leerverkäufern wird das Wasser abgedreht

Die Nachrichtenlage an den Finanzmärkten ist durchwachsen bis schlecht. Täglich verfehlt eine Reihe großer und bekannter Unternehmen die Umsatz- und Gewinnprognosen der Analysten. Doch die hohen Umsätze und Kursschwankungen deuten auf eine Trendwende an den Aktienmärkten hin.

HB DÜSSELDORF. Und auch die Ausblicke auf das zweite Halbjahr fallen nicht rosig aus, wie der Handyhersteller Nokia gestern demonstrierte. Dennoch geben die Aktienkurse kaum nach. Im Gegenteil: Die Telekom-Aktie zum Beispiel gehörte trotz der Turbulenzen an der Vorstandsspitze und negativer Experten-Kommentare mehrfach zu den Tagesgewinnern im Deutschen Aktienindex (Dax) - zuletzt angeheizt durch Gerüchte, wonach Ex-Mannesmann-Chef Klaus Esser schon bald Telekom-Chef werden könnte.

Auffällig ist, dass der imposante Kurszuwachs der T-Aktie von überdurchschnittlich hohen Umsätzen bei gleichzeitig gestiegener Volatilität begleitet wird. Von den 30 Dax-Werten wechselten zuletzt allein in Frankfurt mehr als 100 Mill. Aktien pro Tag den Besitzer. Die Anteile der Deutsche Telekom machten dabei ein Drittel des Handels aus. Zum Vergleich: An umsatzschwachen Tagen gehen in Frankfurt weniger als 40 Mill. Dax-Aktien um.

Die Kursturbulenzen der vergangenen Wochen haben gleichzeitig auch den Volatilitätsindex V-Dax auf Rekordniveau steigen lassen. Der V-Dax spiegelt die von den Marktteilnehmern erwarteten Kursschwankungen der im Dax zusammengefassten Werte zusammen. Wenn einzelne Index-Schwergewichte wie die Allianz, die Deutsche Telekom und SAP an einem Handelstag um mehr als 15 % schwanken, steigt der V-Dax in der Folge kräftig an. "In über 90 Prozent der Fälle geht eine steigende Volatilität mit stark fallenden Kursen einher", hat Michael Riesner von der DZ-Bank ermittelt.

Höher als derzeit notierte der V-Dax zuletzt während der Russlandkrise 1998. Nicht einmal nach den Terroranschlägen auf die USA im September 2001 wurden so hohe Werte wie jetzt erreicht. Punktstände von unter 20 gelten als niedrig, von über 40 als sehr hoch. In fast allen Fällen folgte einem hohen V-Index eine kräftige Erholung an den Aktienmärkten - vorausgesetzt, es werden viele Aktien gehandelt. "Werte über 40 deuten auf eine bevorstehende Trendwende hin", sagt Riesner. Auch dieses Mal scheint die Rechnung aufzugehen: Dienstag erreichte der V-Dax mit 47 Punkten seinen bislang höchsten Wert.

Das Szenario, das einem hohen V-Dax und hohen Aktienumsätzen steigende Kurse folgen, lässt vor allem Hedge-Fonds rasch reagieren. Sie müssen sich am Markt mit Aktien eindecken, die sie zuvor ausgeliehen und verkauft haben. Davon profitiert jetzt die T-Aktie.

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