T-Aktie deutlich im Plus
Dax geht mit Plus ins Wochenende

Unterstützt von kräftigen Kursgewinnen der Deutschen Telekom und der Technologiewerte hat der Deutsche Aktienindex Dax am Freitag nach einem ansonsten impulslosen Handel etwas fester geschlossen.

rtr/dpa/ddp FRANKFURT. Durchwachsene Konjunkturzahlen hatten frühe Gewinne an den Börsen zunächst zunichte gemacht. Doch weil der wichtigste Konjunkturindikator des Tages, das amerikanische Verbrauchervertrauen, nicht so stark gesunken war wie erwartet, drehte der Markt im späten Geschäft erneut ins Plus.

Die T-Aktie profitiere sowohl von den jüngsten Aussagen des vorläufigen Telekom-Chefs Helmut Sihler zu Kosteneinsparungen als auch von Spekulationen um einen Verkauf der US-Mobilfunk-Tochter VoiceStream, sagten Händler. Die Titel der Versicherer seien indes von den erwarteten Schäden der Flut in Ostdeutschland belastet worden. Dagegen legten die Papiere der im MDax gelisteten Baukonzerne zu, was Börsianer mit der Aussicht auf Aufträge im Zusammenhang mit dem Wiederaufbau der vom Hochwasser betroffenen Regionen begründeten.

Der Dax schloss 0,5 % fester bei 3684,69 Zählern und hat damit in der abgelaufenen Woche rund zwei Prozent an Wert eingebüßt. Am Neuen Markt verlor derweil der Auswahlindex Nemax 50 am Freitag 1,6 % auf 479,90 Punkte, während der Nebenwerte-Index MDax 0,6 % im Plus bei 3400,98 Stellen lag. Der Dow Jones Euro Stoxx 50 der größten europäischen Aktien zog um 0,7 % auf 2762,23 Zähler an.

Die T-Aktie verteuerte sich um 3,3 % auf elf Euro. Die geplanten Maßnahmen zur Kostensenkung seien die Voraussetzung für eine bessere Zukunft, sagte Nols-Analyst Alfred Kaiser. Der mögliche Verkauf von VoiceStream sei ebenfalls positiv, weil es Geld in die leere Kasse spülen würde.

Sihler hatte in einem Zeitungsinterview gesagt, er rechne für das erste Halbjahr 2002 mit einem Ergebnis im Rahmen der Erwartungen. Die Zahlen werden in der kommende Woche erwartet. Außerdem bekräftigte Sihler die Ziele zum Schuldenabbau.

Unabhängig davon teilte das US-Medienunternehmen Liberty Media mit, es erwäge, sich gemeinsam mit Partnern erneut um die Übernahme des TV-Kabelnetzes der Telekom zu bemühen.

Die auf Grund des Hochwassers in Ostdeutschland entstehenden Schäden und damit Kosten dürften die Aktien der Versicherer auch in den kommenden Tagen belasten, sagten Börsianer. Allerdings wiesen sie darauf hin, dass die Unternehmen nur für einen relativ kleinen Teil der Schäden aufkommen müssten. Der Löwenanteil werde aus Steuergeldern beglichen.

Die Allianz rechnet beim aktuellen Hochwasser mit größeren Versicherungsschäden als bei der Oder-Flut 1997. Die Aktien des Konzerns büßten 1,6 % auf 124,52 ? ein.

Unter den Bauwerten zogen die Titel von Bilfinger Berger um mehr als elf Prozent auf 20,30 ? an. Trotz der zu erwartenden Aufträge für den Wiederaufbau im Osten sei die Kursreaktion vermutlich überzogen, sagten Börsianer.

Nach anfänglichen kräftigen Verlusten drehten die Aktien von Infineon parallel zu den steigenden Kursen der US-Mitbewerber ins Plus und schlossen vier Prozent fester bei 11,80 ?. Der Philadelphia Halbleiter-Index stieg bis zum Börsenschluss in Deutschland um mehr als sechs Prozent. Die übrigen Technologiewerte zogen im späten Handel ebenfalls stark an. Der Branchenindex für diesen Sektor im Dax beendete die Börsenwoche mit einem Plus von gut zwei Prozent.

Vor der Bekanntgabe ihrer Geschäftszahlen lagen die Papiere von Lufthansa und Thyssen-Krupp im Minus. Die Thyssen-Titel verloren 2,9 % auf 12,25 ? und die Lufthansa-Aktien sogar 3,4 % auf 11,45 ?.

Am Neuen Markt brachen Thiel um 9,9 Prozent auf 5,08 Euro ein. Der Wert leide nach wie vor darunter, dass der neue Großaktionär Delton weitere Zukäufe über die Börse ausgeschlossen hat, hieß es auf dem Parkett. Medigene verloren nach einem kurzen Aufwärtstrend 6,7 Prozent auf 6,00 Euro. Qiagen büßten nachrichtenlos 6,1 Prozent auf 6,48 Euro ein. Gegen den Trend legten Evotec 8,1 Prozent auf 3,35 Euro zu, womit sie ihre vor zwei Tagen begonnene Erholung fortsetzten. Singulus verteuerten sich um 5,2 Prozent auf 16,94 Euro. Mobilcom stiegen um 4,4 Prozent auf 5,01 Euro.

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