T-Aktie erholt sich weiter
Hohe Volatilität verunsichert die Märkte

Nach einem schwankungsreichen Handelsverlauf hat der Deutsche Aktienindex Dax am Donnerstagabend den Weg zurück in die Gewinnzone gefunden. Allerdings hält sich das Standardwerte-Barometer weiterhin nahe des Schlussstands vom Mittwoch.

FRANKFURT/M. Einen unruhigen Tag erlebten die Marktteilnehmer am Donnerstag an den europäischen Börsen. Eine klare Richtung schlugen die Kurse nicht ein. "Die Tagesvolatilität ist sehr hoch", sagte Oliver Opgen-Rhein, Händler bei HSBC Trinkaus & Burkhardt. "Die Anleger springen immer auf den nächsten vorbeifahrenden Zug auf." Auch Fidel Helmer, Leiter des Wertpapierhandels bei Hauck & Aufhäuser, klagte über den richtungslosen Markt: "Es gibt an der Börse nichts Schlimmeres als Unsicherheit."

Besonders stark waren die Schwankungen am deutschen Aktienmarkt. Der Deutsche Aktienindex (Dax) markierte sein Tageshoch bei 4 152,45 Punkten, büßte dann aber seine Gewinne ein und sackte auf knapp über 4 030 Zählern. Dann erholte er sich aber wieder und schloss bei 4 100,75 Punkten mit 0,19 % leicht im Plus. Besser entwickelte sich der Index der europäischen Standardwerte, der Euro-Stoxx-50. Er schloss 1,08 % fester bei 2 850,14 Punkten.

Tagessieger unter den deutschen Blue Chips war einmal mehr die zuvor arg gebeutelte Deutsche Telekom. Die T-Aktie kletterte um 4,8 % auf 12,57 - damit hat sie seit Beginn der Spekulationen um die Ablösung von Ron Sommer immerhin rund 50 % gewonnen. Aufwärts ging es auch für Daimler-Chrysler. Wie erwartet, erhöhte der Autobauer nach einer deutlichen Ergebnissteigerung im zweiten Quartal seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Besonders positiv reagierte der Markt darauf, dass Chrysler in Amerika endlich Geld verdient. Die Daimler-Aktie gab im Tagesverlauf zwar auch einen Teil ihrer Gewinne ab, lag am Handelsende aber noch 2,8 % im Plus. Zu den Gewinnern zählte auch Infineon, nachdem das Handelsblatt berichtet hatte, Infineon werde am Freitag gute Quartalszahlen vorlegen.

Auf und Ab bei SAP-Aktien

Ein ständiges Auf und Ab durchlebten die Aktien des Walldorfer Softwarehauses SAP. Die Papiere verloren im frühen Handel mehr als 4 % weil die Geschäftszahlen des US-Konkurrenten Siebel schlechter als erwartet ausgefallen waren. Zwischenzeitlich konnte sich die Aktie erholen und legte leicht zu, ehe sie nach Veröffentlichung der SAP-Quartalsergebnisse wieder 3,9 % verlor und damit das Schlusslicht im Dax bildete. Schlimm erwischte es auch die Titel von Allianz, Münchener Rück und Schering. Der Berliner Pharmahersteller litt unter der Veröffentlichung einer Studie über den Zusammhang von Hormonersatzpräparaten und Krebs. Schering macht einen Großteil des Umsatzes mit solchen Präparaten.

Der M-Dax der Nebenwerte stieg um 0,66 % auf 3 643,48 %. An der Spitze lagen die Aktien von Puma, die sich um 6,3 % verbesserten.

Großer Verlierer im Euro-Stoxx-50 war mit minus 5,8 % der finnische Handyhersteller Nokia, der einen enttäuschenden Geschäftsausblick vorlegte. Zu den Tagessiegern zählten französische Werte, allen voran Pinault-Printemps, nachdem der Konzern Bedenken über Finanzprobleme ausräumen konnte. Vivendi Universal legten stark zu, nachdem der Medienkonzern einen neuen Finanzvorstand ernannt hatte. Anders als der deutsche Aktienmarkt gewannen die Börsen in London, Paris, Madrid und Mailand deutlich. Lediglich Zürich gab nach. Der Tokioter Nikkei-225-Index gewann zwei Prozent auf 10 498 Punkte. Der Topix stieg um 2,2 Prozent.

Ralf Drescher
Ralf Drescher
Handelsblatt.com / Teamleiter Finanzen (bis 29.2.2012)
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