T-Aktie führt Verliererliste an
Dax erneut stark unter Druck

Die deutschen Standardaktien sind am Donnerstagnachmittag nach der erwartungsgemäß ausgefallen Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) und im Sog tiefer tendierender US-Börsen deutlich unter Druck geraten. Der Deutsche Aktienindex (Dax) gab rund eineinhalb Stunden nach Handelsauftakt an den US-Börsen um rund 1,8 % auf 5 208 Punkte nach "Einige Leute hatten wohl ein bisschen mehr erwartet", sagte ein Händler und verwies auf Marktteilnehmer, die auf eine Reduzierung der Leitzinsen um einen halben Prozentpunkt spekuliert hätten.

rtr FRANKFURT. Deutlicher ins Minus rutschten die Technologiewerte, die Händlern zufolge unter anderem von einem negativen Geschäftsausblick des US-Computerherstellers Sun Microsystems belastet wurden. Angebliche Pläne zur Gründung eines alternativen Postdienstes durch deutsche Verlage und Zeitungen hätten die Post-Aktie in die Tiefe gezogen, hieß es weiter.

Rund eineinhalb Stunden nach US-Börsenauftakt notierten die Wachstumswerte am Neuen Markt deutlich tiefer. Der Blue-Chip-Index Nemax50 gab um mehr als vier Prozent auf 1 032 Punkte nach, nachdem er zuvor bei 1019 Zählern ein Rekordtief markiert hatte. An der Wall Street fiel der Dow-Jones-Index um rund ein Prozent erstmals seit April unter die Marke von 10 000 Zählern auf 9979 Punkte, der Nasdaq-Composite-Index fiel um fast drei Prozent auf 1 788 Punkte. US-Händler führten den Trend unter anderem auf einen negativen Geschäftsausblick des Netzwerk-Computerherstellers Sun Microssystems zurück. Sun sieht eigenen Angaben vom Vortag zufolge für das laufende erste Quartal den angepeilten operativen Gewinn in Gefahr.

Marktteilnehmer zeigten sich vom Entscheid der EZB, den maßgeblichen Mindestbietungssatz beim Zinstender um 25 Basispunkte auf nun 4,25 % zu reduzieren, enttäuscht, sagte ein Händler. "Der Markt reagiert nicht lehrbuchmäßig auf die Zinssenkung", sagte Stefan Buchholz, Sales-Trader bei der DG Bank. Egal wie stark die Zinsen gesenkt würden, könne man es den Anlegern derzeit nicht recht machen.

Die Technologiewerte weiteten nach der Zinssenkung ihre Verluste aus. Die Aktien von Siemens und Epcos gaben um 4,4 beziehungsweise 4,1 % nach. Infineon-Titel fielen um 3,45 %. SAP notierten um rund vier Prozent schwächer. Zu den größten Verlierern zählten auch die Titel der Deutschen Telekom, die um 3,2 % auf 17,22 ? fielen. Zur T-Aktie sagte Buchholz: "Die T-Aktie bleibt derzeit eine extreme Spielbank-Aktie mit Kursschwankungen von rund fünf Prozent täglich - für Daytrader eigentlich ideal, wenn man weiß, wo das Ende ist."

Mit einem Kurs von knapp über 16 ? hat die Aktie der Deutschen Post am Donnerstag ihr niedrigstes Niveau seit dem Börsengang im vergangenen November markiert. Händler führten den Einbruch von vorübergehend rund vier Prozent vor allem auf Gerüchte um die angeblich bevorstehende Gründung eines alternativen Postdienstes durch deutsche Verlage und Zeitungen zurück. Ein Post-Sprecher Prozent bezweifelte allerdings die Erfolgsaussichten eines solchen Unterfangens. Die "Aktie Gelb" notierte am Nachmittag noch 3,2 % schwächer bei 16,40 ? und damit mehr als ein Fünftel unter ihrem Emissionspreis von 21 ?. Das Magazin "Wirtschaftswoche" hatte bereits am Mittwoch vorab aus seiner neuesten Ausgabe berichtet, dass mehrere deutsche Verlage und Tageszeitungen ein Zustellnetz für die Beförderung von Sendungen "aller Art" aus der Taufe heben wollten.

Kursgewinne verbuchten die Aktien der Münchener Rück, die nach Veröffentlichung von über Analystenerwartungen liegenden Halbjahreszahlen um 0,8 % fester bei 318,16 ? notierten.

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