T-Aktie gefragt
Banken-Titel halten Dax bei Laune

Deutlich anziehende Notierungen bei den Aktien der Telekom sowie den Banken haben den Deutschen Aktienindex (Dax) am Montag stark steigen lassen. Deutschlands wichtigster Börsen-Index schloss 1,8 % höher bei 3 380 Punkten. Zeitweise hatte der Dax bei 3 476 Zählern den höchsten Stand seit Mitte September markiert.

Reuters FRANKFURT. "Wir haben viel gewonnen, aber ich würde sagen, dass es weitergehen kann", fasste ein Händler die gute Stimmung an der Börse zusammen. "Viele sind sehr zuversichtlich, und die ersten reden schon von 3 800 Punkten bis zum Ende der Woche." Zu größeren Verkäufen könne es jedoch kommen, wenn die Europäische Zentralbank die Leitzinsen nicht wie vom Markt erhofft in dieser Woche um 50 Basispunkte senken werde, hieß es weiter.

Im Mittelpunkt des Handels standen am Montag die Aktien der Banken, die von Übernahmespekulationen beflügelt stark anzogen. Telekom-Papiere legten ebenfalls sehr deutlich zu. Händler erklärten dies mit der Hoffnung auf einen weiteren Schuldenabbau. Um dieses Ziel voranzubringen, platzierte die Telekom am Montag 100 Mill. Aktien ihrer Internet-Tochter T-Online.

In der Spitze hatte der Dax knapp 5 % gewonnen, gab einen Großteil davon aber in Reaktion auf einen überraschend schlechten US-Konjunkturindikator wieder ab. In den USA legte der ISM-Einkaufmanager-Index im November lediglich auf 49,2 (Oktober: 48,5) Punkte zu und blieb damit deutlich hinter den Erwartungen der Analysten zurück, die mit 51,3 Zählern gerechnet hatten. Werte unter 50 Punkten signalisieren ein rückläufiges Geschäft der US-Industrie. Zum Börsenschluss in Frankfurt notierte der Dow-Jones-Index für die US-Standardwerte knapp ein Prozent in der Verlustzone. Die Technologiebörse Nasdaq stieg dagegen leicht um 0,4 %.

Der deutsche Nebenwerte-Index MDax beendete den Handel unterdessen mit einem Minus von 0,78 % bei 3 165 Punkten. Am Neuen Markt stieg der Auswahlindex Nemax 50 um 1,56 % auf 448 Zähler.

T-Aktie nach T-Online-Platzierung gefragt

Im Mittelpunkt des deutschen Marktgeschehens standen die Aktien der Telekom sowie der Internet-Tochter T-Online. T-Aktien zogen um 2,62 % auf 12,55 Euro an. Die Papiere von T-Online stiegen bei extrem hohen Umsätzen - mit knapp 23 Mill. gehandelten Papieren lag der Umsatz rund 50 Mal höher als an gewöhnlichen Tagen - um 4,88 % auf 6,45 Euro. Die hochverschuldete Telekom hat ihren Anteil an T-Online, dem größten Internet-Anbieter in Europa, deutlich reduziert und will mit dem Erlös von mehr als 600 Mill. Euro ihre Verbindlichkeiten weiter abbauen. Die erfolgreiche Platzierung der T-Online-Aktien stärke das Vertrauen der Anleger in die Telekom, sagte ein Händler.

Die steigenden Kurse bei T-Online begründeten Börsianer damit, dass sich durch die Platzierung der Streubesitz und damit die Gewichtung im Nemax 50 erhöhe. Außerdem steige nun die Chance für einen Aufstieg in den Dax, sagte der Indexanalyst Christian Stocker von der Hypo-Vereinsbank.

Banken von Fusionsspekulationen beflügelt

Spektakuläre Kursgewinne verbuchten unterdessen die Aktien der Banken im Dax. Die Titel der Hypo-Vereinsbank (HVB) sowie der Commerzbank legten jeweils um rund zehn Prozent zu. Die Anteilsscheine der Deutschen Bank erhöhten sich um 3,65 %. Marktteilnehmer erklärten die Kursanstiege mit der anhaltenden Hoffnung der Anleger auf eine Konsolidierung und damit verbundene Übernahmeprämien für die Anteilseigner. Derartige Spekulationen hatten bereits in der Vorwoche zu starken Kursgewinnen geführt.

In Frankreich hatte am Wochenende die Bank BNP Paribas weitere Anteile am Konkurrenten Credit Lyonnais erworben. Dies nähre Spekulationen, dass die in Frankreich eingeläutete Runde der Konsolidierung in der Finanzbranche auch nach Deutschland überschwappen könne. Commerzbank und HVB stünden dabei ganz oben auf der Liste der Kandidaten, hieß es. In der Vorwoche hatte die Münchener Rück, die an beiden Finanzinstituten beteiligt ist, mitgeteilt, sie würde sich einer Fusion nicht entgegenstellen. Zudem verteuerten sich die Aktien des Chip-Herstellers Infineon um über drei Prozent auf 10,55 Euro. In den USA zählten nach Hochstufungen für die Chip-Firmen Intel und Advanced Micro Devices durch die Investmentbank Lehman Brothers die Halbleiterwerte zu den größten Gewinnern.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%