T-Aktie im Minus - Gewinnmitnahmen bei Technologietiteln
Dax ohne Schwung

Die deutschen Aktienmärkte haben am Dienstag erstmals nach sechs Handelstagen wieder leicht nachgegeben.

rtr FRANKFURT. Der Markt warte auf neue Impulse, sagten Händler. Weitere Gewinnmitnahmen seien in den kommenden Tagen nicht ausgeschlossen. Im Mittelpunkt standen nach im Rahmen der Erwartungen liegenden Geschäftszahlen die Aktien der Telekom.

Im MDax brachen die Titel der Software AG nach einer Senkung der Quartalsprognosen um 41 Prozent ein.

Der Dax fiel bis zum frühen Nachmittag um 0,2 Prozent auf 5237 Punkte. Am Neuen Markt gab der Blue-Chip-Index Nemax 50 0,6 Prozent auf 1 036 Zähler nach. Der MDax für mittelgroße Werte tendierte knapp behauptet bei 4 412 Punkten.

"Die Dynamik lässt nach", sagte Aktienhändler Oliver Hauer von der Bank M.M. Warburg zu der Entwicklung am Markt. "Ich glaube aber, dass der Dax auf Sicht von acht Wochen bis 5 400 Punkte steigen kann", Klaus Kränzle, Marktanalyst bei der Bremer Sparkasse, fügte hinzu, der Dax tendiere noch oberhalb der Durchschnittslinie der vergangenen 200 Tage, die derzeit bei rund 5 190 Punkten verlaufe. "Das ist ein positives Zeichen. Trotzdem ist in den nächsten Tagen noch mit weiteren Gewinnmitnahmen zu rechnen", sagte der Analyst.

In den USA tendierten die US-Futures am Dienstagnachmittag (MEZ) kaum verändert bis leichter. Der Dow-Jones-Future für die US-Standardwerte gab 16 Punkte nach. Der Nasdaq-Future der Technologiebörse stieg um 1,5 Zähler. Am Montag waren die US-Börsen kräftig gestiegen. Um 16.00 Uhr (MEZ) wird der viel beachtete US-Einkaufmanagerindex für den Dienstleistungssektor veröffentlicht. Von Reuters befragte Analysten rechnen im Schnitt mit einem Anstieg auf 51,0 (Januar: 49,6) Punkte.

Die Aktien der Deutschen Telekom fielen um knapp ein Prozent auf 16,88 Euro. Der Konzern hat 2001 wie von Analysten erwartet trotz Erträgen aus Beteiligungsverkäufen einen Milliardenverlust und damit das schlechteste Ergebnis seit dem Börsengang erwirtschaftet. Marktteilnehmer erklärten den fallenden Kurs mit Gewinnmitnahmen und der Schuldenproblematik des Konzerns. Der Schuldenberg von mehr als 60 Milliarden Euro sei weiterhin viel zu hoch, sagte Invesco-Fondsmanager Alexander Uhlmann.

Unter Gewinnmitnahmen litten Händlern zufolge auch die Technologie-Titel. Infineon und SAP verloren knapp ein Prozent. Epcos -Titel büßten 2,23 Prozent auf 49,19 Euro ein. "Eine pauschale Technologie-Hausse, wie wir sie in den letzten Tagen schon wieder gesehen haben, darf es nicht geben", sagte Analyst Kränzle. "Wichtig ist, dass die Anleger im Blick behalten, was am Ende in der Gewinn- und Verlustrechnung unter dem Strich übrig bleibt." Dabei und bei der Bewertung der Unternehmen gebe es große Unterschiede.

Auf der Seite der Kursgewinner ragten unter anderem die Titel des Chemie- und Konsumgüterherstellers Henkel heraus, die sich um 1,52 Prozent auf 66,74 Euro erhöhten. Das Geschäftsjahr 2002 ist nach Aussagen des Henkel-Chefs Ulrich Lehner gut angelaufen. Die am Dienstag vorgelegten Henkel-Zahlen für 2001 hatten die Erwartungen der Analysten aber verfehlt.

Im MDax brachen die Anteilsscheine der Software AG um 41 Prozent auf 18,41 Euro ein. Das Unternehmen hatte zuvor die Prognosen für das erste Quartal gesenkt. Analyst Steffen Manske von Consors Capital sagte, das sei noch nicht das Ende der Fahnenstange. "Eine Reduzierung der Gesamtjahres-Prognose ist nun wohl auch zu erwarten." Ein Händler sagte, zusätzlich laste der Vorstandswechsel vom Vortag auf der Aktie.

Dagegen legten Escada -Aktien nach Geschäftszahlen rund fünf Prozent auf 20,50 Euro zu. Das Modeunternehmen erwartet für das Gesamtjahr 2001/02 bei einem leichten Umsatzrückgang ein positives Ergebnis. "Der Konzern hat die Hausaufgaben im operativen Geschäft gemacht", sagte Analyst Kränzle. "Auf diese Zahlen hat der Markt gewartet." Mittelfristig könne das Papier auf über 30 Euro steigen.

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