T-Aktie im Plus
Dax setzt freundliche Tendenz fort

Die Aktien der Deutschen Telekom haben am Freitag ihre vortags begonnene Aufwärtsbewegung fortgesetzt und dem Deutschen Aktienindex weiteren Auftrieb verliehen. Insbesondere eine sich verbessernde Anlegermeinung über das Papier sowie Deckungskäufe von zuvor getätigten Leerverkäufen hatten Telekom-Aktionären Kursgewinne von zeitweise mehr als fünf Prozent beschert.

Reuters FRANKFURT. Die Aktien von SAP gerieten dagegen nach Ankündigung einer Investition von 225 Millionen Dollar in ein US-Unternehmen unter Druck. Der Dax verbuchte am Nachmittag ein Plus von 1,2 Prozent auf 6 038 Punkte.

Größter Gewinner im Dax waren die Aktien der Deutschen Telekom, die ein Kursplus von 4,2 Prozent auf 26,93 Euro verbuchten. "Es gibt derzeit viele Faktoren, die für ein Investment in die Deutsche Telekom sprechen", sagte ein Händler. Jason Forde, Fondsmanager bei Maintrust, spricht von einer grundsätzlichen Änderung der Investoren-Meinung über die T-Aktie. "Die massive zusätzliche Anzahl an Aktien, die für die Übernahme von VoiceStream neuemittiert wurden und das Papier kräftig unter Druck gesetzt hatten, ist allmählich kein Thema mehr bei den Leuten." Zudem honoriere man nun die Bemühungen des Telekom-Management, ihre Strategie zu verbessern. "Das Unternehmen scheint sich nun auf die Bereiche zu konzentrieren, die ein hohes Wachstum versprechen und mit Entscheidungen, wie dem Verkauf der Kabelnetzgesellschaften, setzt man diese Strategie um", sagte Forde.

Zudem hätten sogenannte Shorteindeckungen der Telekom-Aktie Auftrieb gegeben, sagten Händler. Investoren glaubten, das Papier habe bei 24 Euro einen Boden gefunden und kauften die Aktien nun zurück, die sie zuvor verkauft hatten, ohne sie zu besitzen. Bei diesem sogenannten "Short Selling" leihen sich Investoren die Aktien, die sie dann verkaufen. Wenn der Kurs fällt, kaufen sie die Papiere zu einem günstigeren Kurs am Markt zurück. Andere Händler sagten, die T-Aktie sei auf dem derzeitigen Niveau unterbewertet, weswegen nun neues Kaufinteresse aufkomme.

Die Aktien des Walldorfer Softwarekonzerns SAP gehörten hingegen mit Kursverlusten von mehr als drei Prozent auf 160,84 Euro zu den größten Verlierern. Zuvor hatte der Softwarehersteller mitgeteilt, die Beteiligung mit dem US-Internet-Software-Spezialisten Commerce One ausgeweitet zu haben. SAP werde bis zu 225 Millionen Dollar zusätzlich in die US-Firma investieren und dadurch rund 20 Prozent der Stammaktien von Commerce One halten. Händler sagten, die Partnerschaft habe ihre Tücken. Am Freitag hatte Commerce One bekannt gegeben, dass der Umsatz im zweiten Quartal wegen des schwachen Konjunkturumfeldes voraussichtlich hinter den Markterwartungen zurückbleiben werde. "Commerce One hat seine Probleme", sagte ein Händler.

Die Anteilsscheine der Siemens-Tochter Infineon fielen um 3,4 Prozent auf 27,51 Euro. Börsianer sagten, die Verluste stünden weiter im Zusammenhang mit der geplanten Kapitalerhöhung. Einige Anleger verkauften die Titel in der Hoffnung im Zuge der Kapitalerhöhung dann günstiger an die Aktie zu kommen, sagte ein Händler.

Spekulationen um eine Gewinnwarnung belasteten die Aktien der Deutschen Bank, die um 1,5 Prozent auf 84,26 Euro fielen. Das Papier hatte zuvor um mehr als drei Prozent auf 82,60 Euro nachgegeben. "Das Gerücht um die Deutsche Bank haben wir schon gestern gehört und es hat sich nicht bewahrheitet", sagte ein Londoner Händler. "Aber nach der Gewinnwarnung von Merrill sollte eine solche Nachricht keine Überraschung sein." Deutsche Bank wollte keine Stellungnahme abgeben. "Wir kommentieren Marktspekulationen nicht", sagte eine Sprecherin des Bankhauses. Erst am Dienstag hatte die US-Investment Merrill Lynch für das zweite Quartal 2001 eine Gewinnwarnung und einen schwachen Ausblick auf das dritte Quartal bekannt gegeben.

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