T-Aktie, MLP und Preussag fallen
Unsichere Anleger belasten Dax

Der Deutsche Aktienindex hat belastet von Kurverlusten bei Preussag, MLP und Deutsche Telekom schwächer geschlossen. Das Leitbarometer der deutschen Aktienmärkte ging mit einem Abschlag von 0,81 Prozent bei 4879 Punkten aus dem Handel.

Reuters FRANKFURT/M. Die Papiere der Telekom waren zeitweise auf ein Allzeittief gefallen, nachdem die Ratingagentur Moody's den Ausblick des Unternehmens für die Bonitätsbewertung abgesenkt hatte. Die Aktien des Touristikkonzerns Preussag verbuchten erneut Kursverluste, was Händler unter anderem auf die Sorge von Kunden und Anlegern vor Attentaten zurückführten. Zu den Kursgewinnern gehörten der Softwarekonzern SAP, dessen Papiere sich von den Verlusten der vergangenen beiden Tage erholten. "Es gibt zu viel Unsicherheit", sagte Aktienhändler Thomas Engel von M.M. Warburg mit Blick auf die unklare konjunkturelle Entwicklung in Europa und Asien sowie die politisch angespannte Situation im Nahen Osten. "Niemand will Aktien kaufen." Unter dem Eindruck der schwachen US-Märkte ging am Neuen Markt der Blue-Chip-Index Nemax50 0,9 Prozent niedriger bei 812 Stellen aus dem Geschäft, der MDax für die mittelschweren Werte fiel um 0,3 Prozent auf 4399 Punkte. Zu Börsenschluss in Frankfurt tendierte die US-Technologiebörse Nasdaq 0,78 Prozent niedriger, der Dow Jones lag 0,5 Prozent tiefer. Unter den Einzelwerten fiel die Telekom-Aktie zeitweilig um mehr als fünf Prozent auf ein Allzeittief bei 11,76 Euro. Die Rating-Agentur Moody's hatte zuvor mitgeteilt, den Bonitäts-Ausblick für die Deutsche Telekom auf "Negativ" von zuvor "Stabil" heruntergestuft zu haben. Die Agentur äußerte sich besorgt darüber, dass in der Branche möglicherweise die Einnahmen aus dem Festnetzbereich schneller sinken als bislang angenommen. "Die Anleger haben jetzt Bedenken, dass die Kosten für Zinsen steigen werden, und für heute sind Details zur (Telekom)-Anleihe erwartet und das belastet natürlich", sagte ein Händler mit Blick auf die Kursverluste. Bankenkreisen zufolge zwang die Entscheidung der Agentur die Telekom, ihre milliardenschwere Anleihe um einen Tag zu verschieben. Zu Handelschluss notierte die T-Aktie mit einem Abschlag von 0,26 Prozent bei 12,19 Euro. Die Aktien des Stahlkonzerns ThyssenKrupp verloren gut ein Prozent auf 17,21 Euro. Das Unternehmen hatte am Morgen mitgeteilt, dass der Konzern das für das Gesamtjahr prognostizierte Vorsteuerergebnis wegen Restrukturierungskosten von rund 100 Millionen Euro im zweiten Halbjahr verfehlen werde. Der Umsatz dürfte der Prognose zufolge im Gesamtjahr bedingt durch die rückläufige Entwicklung im ersten Halbjahr hinter dem Vorjahreswert zurück bleiben. Im zweiten Quartal hatte das Unternehmen ein deutlich über den Analystenerwartungen liegendes Vorsteuerergebnis erzielt. Ihre Talfahrt vom Vortag setzten auch die Aktien von Preussag fort, die um gut fünf Prozent auf 27,13 Euro nachgaben. Händler verwiesen erneut auf die gesenkte Gewinnprognose des britischen Wettbewerbers MyTravel. Außerdem hätten Investoren Bedenken, dass mögliche weitere Anschläge die Reisebranche treffen könnten. Bereits am Mittwoch hatten die Titel mehr als sechs Prozent an Wert verloren. Zu den größten Gewinnern im Dax gehörten indes die Papiere des Softwarekonzerns SAP, die einen Zuwachs von 2,54 Prozent auf 115,80 Euro verbuchten. Marktteilnehmer verwiesen auf eine technische Reaktion nach den deutlichen Verlusten in den vergangenen Tagen. Die Anteilsscheine der HypoVereinsbank führten zu Sitzungsende die Gewinnerliste im Dax mit einem Aufschlag von fast vier Prozent auf 40,13 Euro an. Die Bank hat am Morgen mitgeteilt, sie arbeite daran, trotz der schwierigen konjunkturellen Lage 2002 die Risikovorsorge nicht spürbar erhöhen zu müssen. Am Neuen Markt zogen die Aktien des größten europäischen Internetanbieters und Indexschwergewichts T-Online um mehr als zwei Prozent auf 10,60 Euro an. Die Titel profitierten von besser als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen. Eine Investmentbank hatte zudem die Aktie hochgestuft. Die Papiere von Rhein Biotech sprangen um gut 17 Prozent auf 62,20 Euro. Die Schweizer Berna Biotech hatte am Morgen mitgeteilt, Rhein Biotech übernehmen zu wollen. Berna bietet eigenen Angaben zufolge 68,50 Euro je Rhein-Aktie.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%