T-Aktie stark im Minus: Dax auf Konsolidierungskurs

T-Aktie stark im Minus
Dax auf Konsolidierungskurs

Nach starken Kursgewinnen in der vergangenen Woche haben die deutschen Standardwerte am Montag eine Verschnaufpause eingelegt und am Abend deutlich leichter notiert. Am späten Nachmittag notierte der Dax wieder etwas leichter bei 5 226 Punkten. Die Aktien der Deutschen Telekom lagen stark im Minus.

Reuters FRANKFURT. Der Markt müsse nach den teilweise massiven Kursgewinnen erstmal konsolidieren, sagten Händler. Insgesamt verlaufe das Geschäft richtungslos, nachdem der Dax an der nachhaltigen Überwindung des Widerstandes bei 5 340 Punkten gescheitert sei. Stark im Minus lagen die Aktien der Deutschen Telekom, die Händlern zufolge unter Verkäufen von US-Anlegern litten. Die optimistische Geschäftsprognose des US-Computerherstellers Compaq habe den deutschen Technologiewerte nur kurzzeitig Unterstützung gewährt.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) verlor bis zum Nachmittag 1,75 Prozent auf 5 226 Zähler, während der Auswahlindex des Neuen Marktes Nemax50 um 0,3 Prozent auf 1 266 Punkte stieg. Der Nebenwerte-Index MDax notierte unterdessen 0,24 Prozent leichter bei 4 393 Stellen. Der Dow Jones EuroStoxx50 der größten europäischen Aktien gab um 1,24 Prozent auf 3 657 Zähler nach. An der Wall Street tendierte der Dow Jones etwas leichter bei 10 246 Punkten, während der technologielastige Nasdaq-Index nach anfänglichen Gewinnen 0,19 Prozent auf 2 055 Stellen verlor.

Nach den Kursgewinnen der vergangenen Woche fehlten Börsianern zufolge die notwendigen Anschlussorders, um den Dax dauerhaft über die Marke von 5 340 zu hieven. Es sei zwar noch Liquidität am Markt vorhanden, viele Anleger hielten sich aber noch zurück. "Die Unternehmen müssen jetzt erst mit ihren Zahlen beweisen, dass die Anstiege gerechtfertigt sind", sagte der Händler Florian Weber des Börsenmaklers Schnigge. Die Rückkehr der Anleger aus dem Weihnachtsurlaub mache sich kaum bemerkbar, ergänzte ein anderer Börsianer. Die Engagements konzentrierten sich auf ausgewählte Werte, da die Aktien insgesamt gesehen nach Ansicht einiger Experten auf dem derzeitigen Kursniveau nicht gerade günstig seien.

Das Index-Schwergewicht Telekom verlor bis zum Nachmittag 4,27 Prozent auf 19,30 Zähler. Marktteilnehmern zufolge handelt es sich offenbar um Rückflüsse von ehemaligen VoiceStream-Eignern, die bei der Übernahme des US-Unternehmens T-Aktien erhalten hatten. Die Marke von 20 Euro sei offenbar eine Marke, bei der sich US-Anleger von ihren Papieren trennten. Die T-Aktie sei in den vergangenen Wochen mehrmals an der dauerhaften Überwindung dieser Marke gescheitert.

Stark unter Druck standen auch die BMW -Titel, die 3,62 Prozent auf 39,90 Euro nachgaben. Marktteilnehmer verwiesen auf die Begebung einer Anleihe im Volumen von 750 Millionen Euro. Zudem lasteten Gewinnmitnahmen auf den Aktien, nachdem die Titel in den ersten drei Handelstagen des neuen Jahres um mehr als fünf Prozent gestiegen waren.

Auf der Gewinnerseite standen unterdessen die Aktien der Deutschen Post, die sich um 4,83 Prozent auf 16,50 Euro verteuerten. Einerseits gebe es eine größere Kauforder eines institutionellen Anlegers am Markt, andererseits habe das Papier den Abwärtstrend der vergangenen Wochen durchbrochen, sagten mehrere Händler. Die "Aktie Gelb" hatte zwischen Mitte Oktober und dem Jahreswechsel knapp 16 Prozent an Wert verloren.

Compaq hatte zur US-Börseneröffnung am Montag bekannt gegeben, dass der Umsatz im vierten Quartal voraussichtlich bei acht Milliarden Dollar liegen werde. Einer Umfrage von Thomson Financial/First Call zufolge rechneten Experten mit Erlösen von 7,63 Milliarden Dollar. Compaq stiegen im frühen US-Handel um bis zu 7,55 Prozent. Die deutschen Technologiewerte legten unmittelbar nach der Veröffentlichung zu, tendierten rund eine Stunde danach aber wieder auf dem Niveau unmittelbar vor der Bekanntmachung.

Am Neuen Markt ragten die Titel des Discount-Brokers Consors mit einem Kursplus von 8,53 Prozent auf 11,07 Euro hervor. Nach den Worten des Vorstandssprechers der HypoVereinsbank, Albrecht Schmidt, ist Deutschlands zweitgrößte Bank an dem zum Verkauf stehenden Nürnberger Unternehmen interessiert. Aktienhändler Weber sagte allerdings, dass erst abgewartet werden müsse: "Die HypoVereinsbank hat mit der Direkt Anlage Bank ein eigenes Problem am Bein."

Im MDax stiegen die Titel der Baader Wertpapierhandelsbank bei relativ hohen Umsätzen 20,59 Prozent auf 6,09 Euro, ohne dass Marktteilnehmer einen Grund nennen konnten. Der Aktienumsatz am Montag lag mehr als sechs Mal über dem durchschnittlichen Tagesumsatz der vorangegangenen 30 Handelstage.

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