T-Aktie stark im Minus
Dax schließt kaum verändert

Im Sog nachgebender Kurse an den US-Börsen und starker Verluste der Aktien der Deutschen Telekom hat der Dax im späten Geschäft am Montag seine anfänglichen Gewinne wieder abgegeben und fast unverändert geschlossen.

rtr FRANKFURT. Einem Zeitungsbericht zufolge wird das Bundeskartellamt den Verkauf des TV-Kabelnetzes der Telekom an Liberty Media untersagen. Für Unterstützung sorgte Händlern zufolge jedoch der unerwartet starke Anstieg des Ifo-Geschäftsklimaindexes. Insgesamt hätten sich viele Anleger in Erwartung wichtiger Konjunkturdaten und Geschäftszahlen stark zurückgehalten, sagten Börsianer. Die BMW-Aktien legten nach der Vorlage eines Rekordergebnisses des Unternehmens kräftig zu.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss moderate 0,05 % höher bei 5159,02 Zählern. Der Auswahlindex des Neuen Marktes Nemax50 beendete den Handel bei 1169,46 Punkten und damit 0,07 % tiefer. Der Nebenwerte-Index MDax lag zuletzt 0,03 % im Minus bei 4404,33 Stellen. Der Dow Jones EuroStoxx50 der größten europäischen Aktien zog um 0,97 % auf 3644,36 Zähler an. An der Wall Street tendierte der Dow Jones bei Börsenschluss in Deutschland 0,32 % niedriger bei 9808 Stellen, während der technologielastige Nasdaq-Index um 0,61 % auf 1926 Punkte nachgab.

Die T-Aktie setzte sich am Nachmittag mit einem Minus von 3,57 % auf 17,30 ? an die Spitze der Dax-Verlierer. Börsianern zufolge hat ein Zeitungsbericht über das angebliche Veto des Bundeskartellamts zum Verkauf des Kabelnetzes die Stimmung zusätzlich verdüstert. Liberty habe in den Verhandlungen mit dem den Wettbewerbshütern keine substanziellen Änderungen am ursprünglichen Ausbaukonzept für das Kabel angeboten, berichtete das "Handelsblatt" am Montag vorab. Zuvor hatte die die Investmentbank Merrill Lynch den europäischen Telekomsektor heruntergestuft.

Der Anstieg der Ifo-Zahlen deute darauf hin, dass derzeit die konjunkturelle Talsohle durchschritten werde, sagte der Volkswirt Lothar Hessler von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex für Westdeutschland stieg im Januar auf 86,3 Punkte von geschätzt 85,8 Punkten im Vormonat. Von Reuters befragte Analysten hatten für Januar mit einem Anstieg auf durchschnittlich 85,7 Punkte gerechnet. Erstmalig veröffentlichten die Konjunkturforscher ihren Index für den laufenden Monat und nicht mehr für den vorangegangenen.

Die Aktien von BMW zogen nach der Veröffentlichung von Geschäftszahlen kräftig an und schlossen 4,65 % fester bei 40,28 ?. Der Konzernumsatz des Automobilherstellers stieg 2001 um 7,1 % auf den Rekordstand von 37,85 Mrd. ?. Im angelaufenen Jahr will BMW erneut wachsen. Zudem stufte die Investmentbank die europäische Automobilbranche auf "Neutral" von "Underperform" und die BMW-Titel auf "Strong Buy" von "Outperform" herauf. Der Automobil-Branchenindex im Dax stieg um 2,74 %.

Händler verwiesen zur Begründung der Verluste der Infineon-Titel auf die Verzögerungen bei der geplanten Teilübernahme des südkoreanischen Speicherchip-Herstellers Hynix durch den US-Konkurrenten Micron Technology. Angaben der Gläubiger zufolge sind unterschiedliche Preisvorstellung hierfür verantwortlich. Die Teilübernahme von Hynix gilt als Voraussetzung für den Abbau von Überkapazitäten in der Chip-Industrie. Die Infineon-Aktien schlossen auf dem Tagestief 2,18 % niedriger bei 23,34 ?.

Im MDax legten die Titel von Kamps bei hohen Umsätzen um 7,29 % auf 10,30 ? zu. Händler konnten keinen eindeutigen Grund für diese Kursentwicklung ausmachen. Die Aktien von Schneider Technologies, die im Amtlichen Handel notieren, brachen um 77,14 % auf 0,64 ? ein, nachdem das Unternehmen am Freitag nach Börsenschluss für Montag überraschend einen Insolvenzantrag angekündigt hatte.

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