T-Aktie unter Druck
Dax schließt schwächer

Die deutschen Aktienwerte haben am Dienstag im Sog nachgebender Kurse an den US-Börsen schwächer geschlossen. Auf Grund fehlender eigener Impulse sei der Dax der Wall Street auf dem Fuße gefolgt, sagten Händler.

rtr FRANKFURT. Dort hätten Spekulationen um fragwürdige Bilanzpraktiken von US-Unternehmen trotz unerwartet guter Konjunkturdaten für Verkäufe gesorgt, sagten Börsianer. Deutlich fester tendierten am deutschen Markt erneut Automobil-Werte, die von Hoffnungen auf einen baldigen Aufschwung profitierten. Die Aktien der Deutschen Telekom zählten nach einem Zeitungsbericht über ein mögliches Verbot des Verkaufs ihres TV-Kabelnetzes an den US-Konzern Liberty Media zu den Verlierern.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss 1,44 % tiefer bei 5084,52 Zählern, während der Auswahlindex des Neuen Marktes Nemax50 um 1,87 % auf 1147,55 Punkte nachgab. Der Nebenwerte-Index MDax lag zuletzt praktisch unverändert bei 4403,54 Stellen. Der Dow Jones EuroStoxx50 der größten europäischen Aktien gab um 1,68 % auf 3583,31 Zähler nach. An der Wall Street tendierte der Dow Jones bei Börsenschluss in Deutschland 1,64 % niedriger bei 9704 Stellen, während der technologielastige Nasdaq-Index um 1,9 % auf 1907 Punkte verlor.

Den deutschen Aktienmärkten fehle es derzeit an eigenen Impulsen, sagten Händler. Mit Blick auf die bevorstehende Sitzung des Offenmarktausschusses der Federal Reserve (FOMC) sagten Börsianer, sie rechneten nicht mit einer erneuten Zinssenkung. Allerdings werde sich die US-Notenbank voraussichtlich leicht optimistisch zum wirtschaftlichen Ausblick äußern. Schließlich sei das psychologische Moment ein Mitauslöser für einen Wirtschafsaufschwung. Ein weiterer Grund für die Zurückhaltung vieler Anleger sei die bevorstehende Rede des US-Präsidenten George Bush zur Lage der Nation.

Die Aktien des US-Konzerns Tyco brachen an der Wall Street um bis zu 19 % auf den tiefsten Stand seit mehr als drei Jahren ein. Bereits seit mehreren Monaten leidet die Aktie US-Händlern zufolge unter Gerüchten über fragwürdige Bilanzierungspraktiken und der geplanten Aufspaltung. Immer neue Enthüllungen über die Bilanzierung des insolventen Energiehändlers Enron belaste die Stimmung der US-Anleger zusätzlich. Die in Deutschland handelbaren Aktien von Tyco und Enron verloren in der Spitze rund 22 beziehungsweise gut sechs Prozent.

Der Index des US-Verbrauchervertrauens für Januar stieg auf 97,3 Punkte von 94,6 Zählern im Dezember. Analysten hatten mit 96,9 Punkten gerechnet. Die Auftragseingänge für langlebige Güter stiegen im Dezember um zwei Prozent, während Experten nur mit einem Plus von 1,3 % gerechnet hatten. Neben den Hoffnungen auf eine Erholung der deutschen Konjunktur profitierten die Automobilwerte Händlern zufolge von Heraufstufungen der Investmentbanken und den bereits am Montag bekannt gegebenen Ergebnissen von BMW. Deren Aktien verteuerten sich um 1,79 % auf 41 ?. Die Aktien von Volkswagen legten 1,88 % auf 54,20 ? zu. Dem Fondsmanager Trudbert Merkel von Deka Investment zufolge erhielt das VW-Papier vom Durchbruch des Widerstandes bei 53 ? zusätzliche Unterstützung.

Die T-Aktie verlor 3,58 % auf 16,68 ?. Händler Christian Schmidt von der Helaba wies daraufhin, dass mit dem Erlös aus dem Kabelnetz-Verkauf bei der Telekom bereits kalkuliert wurde. "Sollte der Betrag jetzt wegfallen, dauert es natürlich entsprechend länger, bis sie (die Telekom) ihre Schulden abgebaut haben." Allerdings hat das Bundeskartellamt eigenen Angaben zufolge dem US-Medienkonzern eine bevorstehende Ablehnung noch nicht signalisiert. Die Kabelnetz-Übernahme hätte ein Volumen von 5,5 Mrd. ?.

Im MDax stiegen die Aktien von Altana und Jenoptik nach der Vorlage von Geschäftszahlen um 2,11 % auf 58 ? beziehungsweise um 1,67 % auf 21,90 ?. Im Kleinwerte-Segment SDax brachen die Aktien des Gartengeräte-Herstellers Gardena bei überdurchschnittlichen Umsätzen um 10,86 % auf 23,40 ? ein. Händlern zufolge ist die Konfusion um das Bieterverfahren hierfür verantwortlich. Einem Zeitungsbericht zufolge ist unklar, ob die Käufer der Stammaktien auch ein Angebot für die börsennotierten Vorzüge abgeben müssen.

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