T-Aktie verliert deutlich
Schwache Tech-Werte und Telekom belasten Dax

Starke Kursverluste der Deutschen Telekom und der Technologiewerte haben den Deutschen Aktienindex (Dax) zum Auftakt einer nachrichtenreichen Börsenwoche am Montag ins Minus gedrückt.

Reuters FRANKFURT. Für die kommenden Tage haben allein zwölf der 30 im deutschen Leitindex gelisteten Unternehmen die Bekanntgabe von Geschäftszahlen angekündigt. Hierzu gehört auch die Allianz, deren Papiere abrutschten.

Die T-Aktie geriet Händlern zufolge vor allem wegen der voraussichtlichen Ablehnung einer geplanten Anhebung der Grundgebühr für analoge Telefonanschlüsse durch den Regulierer unter Abgabedruck. Bei Infineon und Siemens drückten derweil Analysten-Herabstufungen auf die Stimmung.

Der Dax schloss 1,2 % tiefer bei 3042,06 Zählern. Zeitweise steuerte der Dax auf die Schwelle von 3000 Zählern zu, die er jedoch nicht unterschritt. Der Nebenwerte-Index MDax verlor 0,6 % auf 3120,06 Punkte. Am Neuen Markt sank derweil der Auswahlindex Nemax 50 um 1,8 % auf 407,90 Zähler.

An der Wall Street lag der Dow Jones bei Börsenschluss in Deutschland 1,2 % im Minus bei 8 432 Stellen, während der Nasdaq-Index um zwei Prozent auf 1 332 Punkte nachgab. Insgesamt waren aber die Aktienumsätze sowohl in Deutschland als auch in den USA niedrig, da viele US-Anleger wegen eines Feiertages im verlängerten Wochenende blieben.

Für die weitere Dax Entwicklung sei wichtig, dass er sich über der psychologisch wichtigen Marke von 3 000 Punkten halte, sagten Börsianer. Ansonsten müsse mit weiteren, deutlichen Verlusten gerechnet werden.

An den Devisenmärkten stabilisierte sich der Euro angesichts wachsender Ängste wegen eines US-Militärschlags gegen Irak oberhalb der Marke von 1,01 $. Aus dem gleichen Grund legte auch der Öl-Preis deutlich zu. Händler wiesen allerdings darauf hin, dass wegen des US-Feiertags die Umsätze gering blieben und die Kursausschläge daher relativ stark ausfielen.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UNO) hatte am Freitag Irak eine Woche Zeit für die Annahme einer Resolution gegeben, die Waffeninspektoren ungehinderten Zugang zu Lagern und Produktionsstätten gewähren soll. Für den Fall einer Missachtung haben die USA einen Militärschlag gegen den ölreichen Irak angekündigt.

T-Aktie fällt

Die T-Aktie verlor 2,6 % auf 10,72 Euro. "Die Abschreibungen bei der Telekom sind nicht wirklich neu, auch wenn es die Stimmung für den Wert belastet. Wirklich schlecht ist die Nachricht, dass die geplante Erhöhung der Grundgebühr voraussichtlich nicht genehmigt wird", sagte der Händler einer großen deutschen Geschäftsbank.

Zuvor hatte Reuters aus Branchenkreisen erfahren, die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) werde eine geplante erneute Anhebung der Grundgebühr für analoge Telefonanschlüsse um knapp neun Prozent ablehnen. Außerdem plane der Konzern Wertberichtigungen in Höhe von 30 Mrd. Euro. Zusätzlich zu dem bislang vom Unternehmen signalisierten Verlust von 5,5 Mrd. Euro aus dem laufenden Geschäft ergibt sich damit für das Gesamtjahr ein Rekordminus von mehr als 35 Mrd. Euro. Einem Zeitungsbericht zufolge beläuft sich der operative Fehlbetrag aber bereits nach drei Quartalen auf fünf Mrd. Euro. Die Telekom will am Donnerstag Neunmonatszahlen vorlegen.

Nach Analysten-Herabstufungen verbilligten sich die Titel von Infineon um 13,2 % auf 8,06 Euro und die Aktien von Siemens um vier Prozent auf 43,19 Euro. Mit einem Minus von 14,7 % auf 9,40 Euro lagen die Papiere von Epcos an der Spitze der Dax-Verlierer. Dem Hersteller elektronischer Bauelemente droht ein Abstieg aus dem Dax, da der Börsenwert der Gesellschaft seit Jahresbeginn um über 80 % gesunken ist. Eine Entscheidung des Arbeitskreises Aktienindizes der Deutschen Börse wurde für Dienstag erwartet. Als mögliche Aufrücker wurden Beiersdorf und die Deutsche Börse AG gehandelt.

Vor Zahlen: Allianz im Minus - Eon und Bayer im Plus

Neben der Telekom haben auch Allianz, Eon und BASF für Donnerstag die Veröffentlichung ihrer jeweiligen Geschäftsergebnisse angekündigt. Angesichts allgemein erwarteter negativer Überraschungen sackte der Aktienkurs des Versicherers um gut 5 % auf 102,09 Euro ab. Dagegen legten die Titel der beiden anderen Unternehmen um 2,7 % auf 46,59 Euro beziehungsweise um 2,6 % auf 37,48 Euro zu.

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