T-Aktie zog Markt nach oben
Dax beschließt die Woche mit kräftigem Plus

Geprägt durch eine freundliche Entwicklung der US-Börsen und Kurspflege zum Quartalsende haben die deutschen Börsen am Freitag fest geschlossen. Auf dem höchsten Stand des gesamten Handelstages wurde der Dax schließlich 1,45 Prozent fester bei 6 058,38 Zählern notiert.



dpa-afx/ddp-vwd/rtr FRANKFURT/M. Tagesgewinner wurden die T-Aktien , die sich um 4,14 Prozent auf 26,92 Euro verteuerten. Für Infineon ging es hingegen um 3,01 Prozent auf 27,70 Euro nach unten.



Die Kurse seien gestiegen, weil so genannte "Short Seller" bislang sinkende Kurse erwartet hätten und nun Aktien kauften, sagte ein Händler. Die Ferienzeit und das nahe Wochenende drückten jedoch auf die Umsätze. Für die kommenden drei Monate rechnete eine Frankfurter Händlerin mit einer "leicht positiven" Kursentwicklung. Der Markt werde nicht in das so genannte Sommerloch fallen, weil die Anleger mit ausreichend Liquidität auf der Suche nach Schnäppchen seien.

So begründete ein Händler Aufschläge bei Automobilwerten mit der Nachfrage besonders ausländischer Anleger, die am Nachmittag eingesetzt habe. Der Kurs des Sportwagenbauers Porsche legte im MDax um 10,38 Prozent auf 420,00 Euro zu. Am Morgen hatte das Unternehmen bekräftigt, auch in Zukunft nur Halbjahreszahlen vorlegen zu wollen. Dies widerspricht jedoch den Regeln der Deutschen Börse.

Nach anfänglichen Verlusten legten BMW um 0,77 Prozent auf 39,10 Euro zu, obwohl in einer Rückrufaktion 22 000 Fahrzeuge in Japan und den USA ein neues Thermostat erhalten sollen. Auch Daimler-Chrysler kletterten um 1,97 Prozent auf 54,25 Euro. In den USA sollen im LKW- Geschäft mehr als 1 100 Stellen gestrichen werden. Für die Volkswagen - Aktie ging es sogar um 2,34 Prozent auf 55,50 Euro hinauf.

Technologiewerte notierten uneinheitlich. Während Infineon mit minus 3,01 Prozent auf 27,70 Euro die stärksten Verluste erzielte, wurden die Telekom-Papiere mit einem Aufschlag von 4,14 Prozent auf 26,92 Euro Tagessieger. Der Konzern wird möglicherweise seine Buchhaltung auf die US-Regeln GAAP umstellen und damit für ausländische Anleger attraktiver. Für SAP ging es um 1,26 Prozent bis auf 163,91 Euro hinab, nachdem die Gesellschaft ihre Beteiligung an dem US-Softwarekonzern Commerce One erhöhen will. Dieser warnte unterdessen vor stärker als erwartet nachgebenden Umsätzen.



Die Chemiepapiere Bayer und BASF gewannen 2,8 und 3,0 Prozent. Sie profitierten nach Auffassung von Marktteilnehmen von einem sich ändernden Sentiment gegenüber der Branche, nachdem mehrere Investmenthäuser sie als unterbewertet bezeichnet hatten.

Dass die Aktien der Deutschen Bank unter Druck gerieten, führten Händler auf Spekulationen über eine bevorstehende Gewinnwarnung des Bankhauses zurück. Die Papiere fielen zeitweise um mehr als drei Prozent, schlossen am Ende 1,01 Prozent schwächer bei 84,64 Euro. Im Markt sprach man von Gerüchten über eine Gewinnwarnung beziehungsweise über eine Schieflage im Handelsbereich des größten Bankhauses Deutschlands. Erst am Dienstag hatte die US-Investment Merrill Lynch für das zweite Quartal 2001 eine Gewinnwarnung und einen schwachen Ausblick auf das dritte Quartal bekannt gegeben.

"Das Gerücht um die Deutsche Bank haben wir schon gestern gehört und es hat sich nicht bewahrheitet", sagte ein Londoner Händler. "Aber nach der Gewinnwarnung von Merrill sollte eine solche Nachricht keine Überraschung sein." Deutsche Bank wollte keine Stellungnahme abgeben. "Wir kommentieren Marktspekulationen nicht", sagte eine Sprecherin des Bankhauses. Die Anteilsscheine der Deutschen Bank liegen derzeit rund 20 Prozent unter ihrem Jahreshoch bei 105,64 Euro, das das Papier am 30 Januar 2001 markiert hatte.

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