T-Aktie, zweiter Teil?
Deutsche Bank lehnt Verantwortung für BVB-Aktienverluste ab

Die Deutsche Bank hat einen Bericht in "Euro am Sonntag" dementiert, demzufolge sie für den schweren Kurssturz der Fußball-Aktie von Borussia Dortmund verantwortlich ist. Das Kreditinstitut habe im vergangenen November zwei Mill. BVB-Anteilsscheine übernommen und halte dieses Paket auch weiter, sagte Bank-Sprecher Ronald Weichert am Freitag in Frankfurt am Main.

afp FRANKFURT/MAIN. "Euro am Sonntag" meldete vorab unter Berufung auf Insider, die Bank habe einen Großteil ihres Zehn-Prozent-Anteiles auf den Markt geworfen, während Aktienfachleute des Geldkonzerns die Aktie zum Kauf empfohlen hätten. Daraufhin sei der Kurs um ein Fünftel eingebrochen. Dies sei "die Fortsetzung des Kapitels Deutsche Telekom", zitierte das Blatt einen ungenannten Investmentbanker mit Blick auf den Sturz der T-Aktie nach einem durch die Deutsche Bank ausgeführten Verkauf.

Die Aktie von Borussia Dortmund hatte zu Beginn der laufenden Bundesliga-Saison zunächst deutlich an Wert gewonnen. Die BVB-Elf hatte in den ersten vier Spieltagen bis zur vergangenen Woche kein einziges Tor kassiert und sich an die Tabellenspitze gesetzt; zudem schaffte Dortmund die Qualifikation für die lukrative europäische Meister-Liga Champions League. Die Aktie kletterte in der vergangenen Woche bis auf 9,72 Euro (19,01 DM) und stürzte dann ab; am Freitag dümpelte der Kurs bei 7,70 Euro (15,06 DM). Erstanleger hatten für die erste deutsche Fußball-Aktie im vergangenen Herbst 11 Euro (21,51 DM) gezahlt.

Die Deutsche Bank hatte den ersten Börsengang eines deutschen Fußballvereins als Konsortialführerin organisiert. Sie hatte kurz darauf im vergangenen November Aktien des Bundesligisten übernommen, um den Kurs zu stabilisieren. Die Anteilsscheine sollten vorerst nicht weiterverkauft werden, hatte es damals geheißen.

In den vergangenen Wochen war die Deutsche Bank in die Kritik geraten, weil sie im Auftrag des Großaktionärs Hutchison Whampoa aus Hongkong ein 44 Mill. T-Aktien auf den Markt geworfen hatte. Gleichzeitig empfahl sie das Papier zum Kauf. Der Kurs des Telekom-Papiers brach wegen der Aktienschwemme rund ein Fünftel ein. Kleinanleger klagten gegen das Kreditinstitut.

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