T-Aktionäre sind enttäuscht
Aufsichtsrats-Chef löst Tumult aus

Für die Konzern-Spitze gibt es nur Höflichkeitsapplaus - und Pfeifkonzerte. Den Aufsichtsratschef lassen die T-Aktionäre nicht einmal aussprechen. Beifall erhalten nur die Kritiker auf der Telekom Hauptversammlung. Die Formel: Je schärfer die Kritik, desto größer der Applaus.

HB KÖLN. So sehr sich Telekom Ron Sommer auch mühte, die aufgebrachten Aktionäre zu besänftigen - Hoffnung auf eine baldige Kurserholung kam nicht auf. Seine Rede wurde nur mit einem müden Höflichkeitsapplaus honoriert. Statt dessen kamen im Verlauf der Versammlung regelmäßig Buhrufe und Pfiffe auf, wenn die Erhöhung der Vorstandsbezüge im Gesamtvolumen von fast 90 Prozent zur Sprache kam. Die Rückendeckung durch den Aufsichtsratsvorsitzenden Hans-Dietrich Winkhaus vermochte nicht zu helfen - im Gegenteil: Er wurde ausgebuht.

Enttäuschte T-Aktionäre nutzten Hauptversammlung vielmehr für eine schonungslose Abrechnung mit dem Telekom-Vorstand. Konzern-Chef Ron Sommer musste sich vor allem der Kritik an seinem persönlichen Führungsstil, seiner mangelnden Informationspolitik und der mangelnden Ertragskraft des Konzerns erwehren.

Die scharfe Kritik aus den Reihen der Aktionäre erntete großen Beifall. Tumultartige Zustände prägen gar das Bild in der Köln-Arena, als Aufsichtsratschef Winkhaus einen Redner das Wort abschneiden will. Winkhaus erntet Buhrufe und Pfiffe. Unter den anwesenden Journalisten kann sich niemand daran erinnern, das der Vorsitzende eines Aufsichtsrates jemals in einer Form ausgebuht wurde, dass er seine Ausführungen nicht fortsetzen konnte. Der zu Kürze angehaltene Redner wird von den Aktionären mit mehr als drei Minuten Applaus verabschiedet.

Auch Telekom-Vorstand Karl-Gerhard Eick, zuständig für Finanzen und Contrlling, wird durch massive Buh-Rufe und Pfiffe bei seinem Vortrag unterbrochen. Die Zuschauer unterbrechen seine Vortrag immer wider mit deutlichen Rufen: "Aufhören, aufhören!" Der Aufsichtsratsvorsitzende Winkhaus versucht vermittelnd einzugreifen, die Pfiffe lassen allerdings kaum nach. Grund der Unmutsbekundungen von Seiten der Aktionäre: Statt eine Frage zu beantworten, liest Karl-Gerhard Eick eine vorbereitete Rede ab.

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