T-DSL-Ausbau angeblich eingeschränkt
TV-Kabel im Sommerschlussverkauf

Die Deutsche Telekom hat eigenen Angaben zufolge erste unverbindliche Gebote für ihr verbliebenes Kabelnetz erhalten, die sich in der Spitze auf mehr als drei Milliarden Euro belaufen.

Reuters HAMBURG. Ein Telekom-Sprecher sagte am Donnerstag, "wir haben auch Gebote vorliegen, die höher als zwei bis drei Milliarden sind". Damit reagierte die Telekom auf einen Bericht der "Financial Times Deutschland", wonach die von der Telekom als bevorzugte Bieter ausgewählten Konsortien für die sechs Kabelregionen lediglich zwischen zwei und drei Milliarden Euro geboten hätten.

Der Telekom-Sprecher fügte hinzu, es handele sich um vorläufige Preisindikationen. "Wir werden sehen, was am Ende des Tages bei dem Verkauf rauskommt." Die Zeitung berichtete unter Berufung auf Bieterkreise, zu den von der Telekom zu einer eingehenden Prüfung der Geschäftsunterlagen zugelassenen Konsortien gehörten die Investmentbank Goldman Sachs, Capital Partners mit der Venture-Capital-Firma Primera, der Wagniskapitalgeber Providence Equity mit Apax Partners, der Londoner Finanzinvestor CVC mit Warburg Pincus, der texanische Wagniskapitalgeber Hicks, Muse, Tate & Furst sowie BC Partners.

Im Februar war die Telekom mit dem geplanten Verkauf der sechs Netze mit rund zehn Millionen Kunden an den US-Konzern Liberty Media am Einspruch des Bundeskartellamtes gescheitert. Liberty hatte mit der Telekom einen Preis von 5,5 Milliarden Euro vereinbart.

Die Telekom geht davon aus, die Kabelnetze noch in diesem Jahr verkaufen zu können. Der Verkaufserlös soll für den Abbau der Verschuldung auf 50 Milliarden Euro zum Jahresende 2003 von derzeit 67 Milliarden Euro genutzt werden.

Die Deutsche Telekom soll zudem angeblich den regionalen Ausbau ihrer schnellen DSL-Anschlüsse stoppen. "Kleine Orte, die bisher nicht an das DSL-Netz angeschlossen sind, werden nach derzeitigem Stand keinen Anschluss mehr bekommen", zitierte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" einen nicht genannten Telekom-Sprecher. Der Ausbaustopp sei Folge der neuen Finanzpolitik im Konzern, hieß es in der Zeitung weiter.

Die Telekom habe bereits mehreren Tausend Kunden in ländlichen Gebieten, die einen DSL-Anschluss beantragt hätten, eine Absage erteilt. Der Konzern habe als möglichen Ersatz auf seinen DSL-Zugang via Satellit hingewiesen. Bei der Telekom war am Abend niemand mehr für eine Stellungnahme erreichbar.

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